29. September 2005 · Quelle: LR

Woche des ausländischen Mitbürgers Ziel: weltoffene Fachhochschulstadt

Gegen­seit­ige Vorurteile abbauen, miteinan­der reden und han­deln”, so lautet
das Ziel der Woche des aus­ländis­chen Mit­bürg­ers. Ein­hel­lig stell­ten die
Mit­glieder des Net­zw­erkes für Migranten fest, dass Sen­ften­berg seine
Poten­ziale als weltof­fen­er Hochschul­stan­dort weit­er sich­ern und
kom­mu­nizieren muss.

“Ich freue mich, dass wir Vertreter von Behör­den, Insti­tu­tio­nen und Vere­inen
sowie Pri­vat­per­so­n­en begrüßen kön­nen”, so die Ver­ant­wortliche der Stadt
Sen­ften­berg, Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte Moni­ka Auer. Ende ver­gan­genen Jahres
haben sich engagierte Per­so­n­en zusam­mengeschlossen und ein Net­zw­erk für
Migranten gegrün­det. Mit dabei sind Vertreter der Schulen, des
Kinder­schutzbun­des, des Vere­ins «Unsere Welt, eine Welt» , der
Senioren­beirat, die Kirchen und viele weit­ere lokale Akteure, die sich dem
Inte­gra­tions­gedanken verpflichtet sehen.

Immer­hin 500 Aus­län­der und etwa 400 Spä­taussiedler leben in der Kreis­stadt.
Das sind etwa drei Prozent der Sen­ften­berg­er Ein­wohn­er. Einen beson­ders
großen Anteil stellen dabei inter­na­tionale Stu­den­ten, die Sen­ften­berg zu
ihrem Wohn­sitz auf Zeit wählen, um an der Fach­hochschule Lausitz (FHL) ihre
Aus­bil­dung zu absolvieren, wie Thomas Reif, Leit­er des Akademis­chen
Aus­land­samtes der FHL aus­führte. Grundtenor des Sen­ften­berg­er Net­zw­erkes: Es
muss noch mehr dafür getan wer­den, dass Sen­ften­berg eine weltof­fene Stadt
wird, in der aus­ländis­che Stu­den­ten und Bürg­er willkom­men sind.

Denn, so der Sachge­bi­et­sleit­er der Aus­län­der­be­hörde, Michael Lau­risch,
langfristig wird die Wirtschaft zunehmend qual­i­fizierte inter­na­tionale
Fachkräfte benöti­gen. Schon jet­zt deck­ten Medi­zin­er aus dem östlichen Europa
den Ärzte­man­gel in der Region — auch im Klinikum Nieder­lausitz. Aufk­lärung
ist nach Mei­n­ung des Experten erforder­lich. Aus­län­der, die zum Arbeit­en oder
Studieren nach Deutsch­land ein­reisen, müssen die Mit­tel zum Bestre­it­en ihres
Leben­sun­ter­haltes selb­st erwirtschaften und bekom­men nur eine
Arbeit­ser­laub­nis, wenn sich kein Deutsch­er für die angestrebte Tätigkeit
find­et.

Gemein­sam möcht­en die Vertreter des Net­zw­erkes dafür Sorge tra­gen, dass die
Kreis­stadt den Stan­dort der Fach­hochschule und die damit ver­bun­dene
Inter­na­tion­al­ität mehr in den Vorder­grund stellt. Dabei seien Vor­fälle, wie
die gezielt angezün­de­ten Kinder­wa­gen im Trep­pen­haus des Wohn­haus­es
libane­sis­ch­er Stu­den­ten­fam­i­lien am 31. Dezem­ber ver­gan­genen Jahres, über
alle Maßen schädlich für den Ruf der Stadt und der Hochschule, erk­lärte
Reif. Die Stu­den­ten, wohlhabende Fam­i­lien, die alle Aufla­gen der
Aus­län­der­be­hörde erfüllen, und sich für die Dauer ihrer Aus­bil­dung in
Deutsch­land aufhal­ten, seien stark verun­sichert. Zur Ver­stim­mung führte
nicht nur die Straftat an sich, son­dern die Tat­sache, dass der oder die
Täter bis­lang nicht ermit­telt wer­den kon­nten und der Fall eingestellt wurde.
Hier seien die Ermit­tlungs­be­hör­den gefragt, ihrer­seits Schritte zur
gegen­seit­i­gen Ver­ständi­gung zu unternehmen und den Geschädigten die Sach­lage
zu schildern.

Nicht nur der­ar­tige Vor­fälle wollen die Net­zw­erk­er auss­chließen, indem sie
gemein­sam anpack­en. Sie wollen noch mehr Entschei­dungsträger in ihr Net­zw­erk
inte­gri­eren. Im Kleinen wird es allerd­ings konkret. Neue aus­ländis­che
Stu­den­ten sollen bei ihren ersten Aus­flü­gen in die Sen­ften­berg­er Innen­stadt
durch Sen­ften­berg­er begleit­et wer­den. Inte­gra­tion prak­tisch.

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