26. Februar 2008 · Quelle: Opferperspektive

Zahl rechter Gewalttaten bleibt hoch

137 rechts motivierte Angriffe hat der Vere­in Opfer­per­spek­tive, in
Koop­er­a­tion mit lokalen Ini­tia­tiv­en, für das Jahr 2007 in Brandenburg
gezählt. Die Zahl rechter Gewalt­tat­en, die sich erfahrungs­gemäß durch
Nach­mel­dun­gen noch erhöhen wird, bleibt damit unverän­dert hoch. 2006 und
2005 waren jew­eils 140 Angriffe erfasst worden.

Die 2007 erfassten Straftat­en richteten sich gegen 233 Per­so­n­en, weitere
89 Men­schen wur­den mit­tel­bar als Begleit­per­so­n­en von Angriffen
betrof­fen. Bei 99 der 137 Straftat­en han­delte es sich um
Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te. Bei 64 Angrif­f­en war Ras­sis­mus das Tatmotiv,
in 24 Fällen wur­den die Opfer als poli­tis­che Geg­n­er eingestuft, bei 38
Gewalt­tat­en einem alter­na­tiv­en Milieu zugeordnet.

Erkennbar zuge­spitzt hat sich die Bedro­hung von Gewerbetreibenden
aus­ländis­ch­er Herkun­ft. 2007 wur­den 5 Sachbeschädi­gun­gen und 6
Brand­s­tiftun­gen gezählt, darunter Über­fälle rechter Grup­pen auf
Gast­stät­ten und Anschläge gegen Imbisse mit Molo­tov­cock­tails. Dazu
kom­men mehrere bis­lang unaufgek­lärte Straftat­en gegen Imbisse, bei denen
ein recht­es Motiv nahe­liegt. 2006 war lediglich ein Brandanschlag
reg­istri­ert worden.

Die Opfer­per­spek­tive ver­sucht, Opfern rechter Gewalt so schnell wie
möglich Hil­fe anzu­bi­eten. Deshalb wer­den täglich Zeitungsmeldungen
aus­gew­ertet und nachrecher­chiert. Eine weit­ere Quelle bilden Antworten
der Lan­desregierung auf Anfra­gen der Frak­tion der Linken, in denen vom
Lan­deskrim­i­nalamt (LKA) gemeldete rechte Straftat­en aufge­führt sind -
allerd­ings erst Wochen oder Monate nach den Taten.

Trotz zahlre­ich­er Koop­er­a­tionsange­bote weigert sich das LKA bislang,
diese Infor­ma­tio­nen direkt an die Opfer­per­spek­tive zu geben. Die Folgen:
2007 kon­nten die Opfer von 25 recht­en Gewalt­tat­en keine Hil­fe mehr
erhal­ten, weil die Opfer­per­spek­tive erst Wochen später durch den Landtag
von den Tat­en erfuhr. Dieser Zus­tand ist inakzept­abel. Wer in
Bran­den­burg Opfer ein­er recht­en Straftat wird, muss zeit­nah ein
pro­fes­sionelles Hil­f­sange­bot erhal­ten können.

Aus­führlich: opferperspektive.de

Chronolo­gie: opferperspektive.de

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