22. Mai 2019 · Quelle: Inforiot

Zehdenick: Rocker veranstalten Rechtsrock-Event

Fleyer der RechtsRock-Veranstaltung

Fley­er der Recht­sRock-Ver­anstal­tung

INFORIOT — Vom 30. Mai bis 1. Juni wollen sich Rock­er der Vere­ini­gun­gen „Sons of Future / Nomads“ aus Zehdenick und der „Bur­gun­den“ aus Schwedt/Oder zu ein­er zweitäti­gen „Vatertagsver­längerung“ tre­f­fen. Bei dem Open Air sollen Musik­erIn­nen auftreten, die tief im AfD- und Pegi­da-affinen und im neon­azis­tis­chen Milieu ver­ankert sind.

Auf der Fly­er zu der Ver­anstal­tung sind als musikalis­che Attrak­tio­nen Sacha Korn, „Wut­bürg­er“, „Julia Juls“ und „Mirko Borchert“ angekündigt.

Bekan­ntester Name im Line Up ist Sacha Korn. „Neue Deutsche Härte“ ist der Begriff, der Sacha Korns Musik, nach dessen eigen­er Vorstel­lung beschreiben soll. Zwis­chen Rock, Met­al und elek­tro­n­is­chen Sam­ples ange­siedelt, tritt der aus Tel­tow stam­mende Musik­er mit sein­er gle­ich­nami­gen Band „Sacha Korn“ seit 2009 in Deutsch­land und im Aus­land auf. „Wed­er links noch rechts“, dafür „100 % poli­tisch unko­r­rekt“ ist die nach außen for­mulierte poli­tis­che Lin­ie der Band. Ein Blick in die musikalis­che Vita lässt allerd­ings andere Schlüsse zu. Bere­its 2011 hat­te Sacha Korn ein Konz­ert mit der Beeskow­er NS-Black Met­al Band „Mogon“ in Sach­sen gespielt, trat 2012 zusam­men mit der Bre­mer Neon­azi-Hooli­gan-Band „Kat­e­gorie C“ in Nien­hagen auf und fand sich 2015 auf dem Line-Up für die siebte Aus­gabe des „Tana delle tigri“-Festivals in Rom – organ­isiert von der neo­faschis­tis­chen Organ­i­sa­tion „Casa Pound“. Auf der „Schul­hof-CD“ der NPD Sach­sen-Anhalt wur­den 2011 drei Songs von Sacha Korn veröf­fentlicht. Der Song „Mein Land“ wurde zudem als Hin­ter­grund­musik für einen NPD-Wahlwerbespot im sel­ben Jahr ver­wen­det. Im Inter­net kur­siert ein Foto, welch­es Korn zusam­men mit dem Berlin­er Neon­azi-Rap­per Patrick Kil­lat und dem ter­ro­raf­finen Schweiz­er Neon­azi Jonas Schnee­berg­er in fre­und­schaftlich­er Geste zeigen.

Jule Juls“ ist eine Lie­der­ma­cherin aus dem Milieu des ras­sis­tis­chen „Frauen­bünd­niss­es Kan­del“. Immer wieder tritt sie auf Ver­anstal­tun­gen in Kan­del und darüber hin­aus bei diversen recht­e­sex­tremen Demon­stra­tio­nen auf.

Bei „Mirko Bor­chart“ han­delt es sich um einen bis­lang unbekan­nten Lie­der­ma­ch­er. Sein Youtube-Kanal ist bish­er von ein­er sehr gerin­gen Anzahl von UserIn­nen abon­niert.

Die Berlin­er Band „Wut­bürg­er“ soll in Zehdenick ihr Konz­ert-Debut geben. Die Band verortet sich selb­st als „Deutschrock“. Auf ihrer Face­book-Seite beze­ich­nen sich die Band­mit­glieder als „Patri­oten“. Weil ein­er ihrer Songs auf Youtube wegen prob­lema­tis­ch­er Inhalte gelöscht wurde, stil­isiert sich die Band selb­st zu „Juden“. Die Band stellt sich selb­st in einen recht­en poli­tis­chen Kon­text. Auf ihrer Face­book-Seite doku­men­tieren sie beispiel­sweise, dass eines ihrer Lieder vom Laut­sprecher­wa­gen ein­er recht­sex­tremen „Wir für Deutsch­land“ Demon­stra­tion am 3. März 2018 in Berlin gespielt wurde. Am 29. Sep­tem­ber 2018 sollte die Band bei ein­er recht­sex­tremen Demon­stra­tion in Köthen spie­len, sagte diesen Auftritt jedoch ab. Gitar­rist und Grün­dungsmitlied Oliv­er Sem­britz­ki soll, so wird im Inter­net berichtet, wegen Gewalt­tat­en vorbe­straft sein.

Auch bei den ver­anstal­tenden Rock­er­grup­pen find­en sich Bezüge zur extremen Recht­en. Mit­glieder der „Sons of Future“ etwa sind auf einem Foto zusam­men mit dem ehe­ma­li­gen „Landser“-Sänger Michael „Lunikoff“ Regen­er zu sehen – also der wohl wichtig­sten Kult­band des mil­i­tan­ten Neon­azis­mus. Das Tre­f­fen mit dem Berlin­er habe „im engen Kreis“ stattge­fun­den, bericht­en die „Sons of Future“ nicht ohne Stolz auf ihrer Face­book-Seite.

"Sons of Future" gemeinsam mit Michael "Lunikoff" Regener im privaten Kreis

Sons of Future” gemein­sam mit Michael “Lunikoff” Regen­er im pri­vat­en Kreis

Das Konz­ert in Zehdenick sollte ursprünglich im Wald­bad Zehdenick stat­tfind­en. Die Ver­anstal­tung wurde laut ein­er Mit­teilung der „Wut­bürg­er“ jedoch auf das Gelände der ehe­ma­li­gen Glass­chleifer­ei ver­legt.

 

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