17. Januar 2003 · Quelle: Märkische Allgemeine

Zur Geld-oder-Gutschein-Frage für Asylbewerber

LUCKENWALDE Die meis­ten der zurzeit 445 Asyl­be­wer­ber im Kreis werden
auch
weit­er­hin mit Gutscheinen im Wert zwis­chen 3,25 und 25 Euro einkaufen
gehen.
Das war für Karin Schreiber, die Erste Beige­ord­nete des Kreises,
gestern
klar: “Mit dem heute erhal­te­nen Run­der­lass aus dem Sozialmin­is­teri­um in
Pots­dam ändert sich an unser­er derzeit­i­gen Prax­is zum
Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz nichts.” Es hat­te zu Jahresbeginn
Irritationen
gegeben. Ver­meldet wurde, dass Kreise und Kom­munen in Bran­den­burg jetzt
selb­st entschei­den kön­nten, ob sie Asyl­be­wer­bern das ihnen zustehende
Geld
bar oder in Gutscheinen zukom­men lassen. Mit dem jet­zi­gen Bescheid von
der
Lan­desregierung, so Karin Schreiber, seien lediglich bisherige
Runderlasse
aus den Jahren 1994 bis 2000 und ein alter Kabi­netts­beschluss außer
Kraft
geset­zt wor­den. Der Kreis ver­fahre nach Gesetz, das heiße, dass
Asylbewerber
Leis­tun­gen in Form von Sach­leis­tun­gen bekä­men. Nur in beson­deren Fällen
wür­den Berechtigte auss­chließlich Geld erhal­ten, sagte die Erste
Beige­ord­nete. Das betr­e­ffe Asyl­be­wer­ber, die länger als drei Jahre hier
sind
oder die nicht in Grup­pe­nun­terkün­ften wohnen. “Manch­es ist
psychologisch
nicht sin­nvoll umzuset­zen”, sagt Karin Schreiber, “wir kön­nen doch
nicht
Leute, die zusam­men in einem Zim­mer wohnen, unter­schiedlich behandeln”.
Deshalb werde in jedem Fall mit Augen­maß entsch­ieden. Ein
alleinstehender
Asyl­be­wer­ber bekomme 199,40 Euro im Monat, davon 158,50 in 18
Gutscheinen,
den Rest als Taschen­geld bar. Für eine vierköp­fige Fam­i­lie mit einem 13
und
einem 14 Jahre alten Kind beispiel­sweise zahle das Land 708,12 Euro,
davon
564,97 in 36 Gutscheinen. Gestern wurde Karin Schreiber außer­dem vom
Land
informiert, dass 20 weit­ere Asyl­be­wer­ber kom­men wer­den. Ins­ge­samt hat
der
Kreis in vier Heimen Platz für 522 Asyl­suchende: 120 in Ludwigsfelde,
in
Luck­en­walde 92 in der Rudolf-Bre­itscheid-Straße, 180 in der
Anhalt­straße und
130 in Jüter­bog. Zudem leben 22 Asyl­be­wer­ber in Woh­nun­gen im gesamten
Kreis.

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