18. November 2003 · Quelle: Antifa Erkner

Zweierlei Gedenken in Erkner

(Antifa Erkn­er) An ein­er antifaschis­tis­chen Kundge­bung anlässlich des 65. Jahrestages der Reich­s­pogrom­nacht nah­men am Son­ntag um 11 Uhr etwa 50 Per­so­n­en teil. Aufgerufen hat­ten die örtliche PDS, die Jun­gen Liste für Erkn­er und die Antifa Erkn­er. In Rede­beiträ­gen der Antifa und der PDS wurde den Opfer der Reich­s­pogrom­nacht und der Shoa gedacht. Die Red­ner­in der Antifa kri­tisierte den all­ge­gen­wär­ti­gen Anti­semitismus in Deutsch­land und die falsche Aus­rich­tung der Erin­nerungskul­tur. So wür­den Gedenksteine für deutsche Sol­dat­en, die im Zweit­en Weltkrieg star­ben aufgestellt, wie z.B. in Mark­graf­pieske bei Fürsten­walde aber auch in Erkn­er selb­st. Damit werde an deutsche Sol­dat­en als Opfer gedacht, aber aus­ge­blendet, das diese Sol­dat­en Teil eines Feldzuges gegen die halbe Welt und die Juden waren. 

Der Bürg­er­meis­ter Jochen Kirsch (SPD) hat­te zum „Stillen Gedenken“ um 10 Uhr ein­ge­laden, zu dem etwa 15 Per­so­n­en kamen und Kränze nieder­legten. Die Teil­nehmer bestanden zum größten Teil aus Mit­glieder der lokalen SPD und dem Bürg­er­meis­ter. Zuvor hat­te er sich geweigert, das „Stille Gedenken“ mit der antifaschis­tis­chen Kundge­bung zusam­men­zule­gen, ver­mut­lich weil die Antifa zu den Mitver­anstal­tern gehörte. 

Das Herr Kirsch mit der Antifa nichts zu tun haben will, machte er schon anlässlich eines NPD-Wahlkampf­s­tandes am 15. Okto­ber deut­lich, als er sich lieber mit Klaus Beier (NPD-Press­esprech­er) unter­hielt, als Gege­nak­tiv­itäten zu unterstützen.

In Folge dieses NPD-Standes äußerte er, mehr Angst vor der Antifa als vor den Nazis zu haben. Die hät­ten auch wenig­sten nicht die schöne Kaufhalle mit antifaschis­tis­chen Sprüchen beschmiert. 

Unbe­grei­flich war für viele der Kundge­bung­steil­nehmer der Auf­druck des Gedenkkranzes des Bürg­er­meis­ters und der Stadt Erkn­er, auf denen der Opfer der „Reich­skristall­nacht“ gedacht wird. Dieser Begriff ist von den Nation­al­sozial­is­ten selb­st geprägt wor­den und eine ver­harm­losende Umschrei­bung für die geschehenen Gräueltat­en an diesem Tag.

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