2. Dezember 2005 · Quelle: AStA Uni Potsdam

Zwischen Zwangsansiedlung und Postkommunismus

Ein Dia­vor­trag über
“Roma in der Slowakei”

Am Mon­tag, den 5.12.2005, um 20:00 Uhr.

Im The­ater­raum des Stu­den­tis­chen Kul­turzen­trums, Her­mann-Elflein-Str. 10. Der Ein­tritt ist frei!

Am 1. Mai 2004 wurde ein Teil unser­er ost€päischen Nach­bar­län­der in
die Europäis­che Union aufgenom­men. Zu Europäern sind somit auch die Roma
gewor­den, die in eini­gen der neuen Part­ner­län­der — Ungarn, der
tschechis­chen Repub­lik und in der Slowakei — einen hohen
Bevölkerungsan­teil bilden.
Sie leben meist völ­lig ohne Infra­struk­tur an den Rän­dern der Städte, in
abgeschot­teten Sied­lun­gen, in denen man sie während des Kom­mu­nis­mus
ver­sucht hat zwangsanzusiedeln. Die über­wiegende Mehrheit ist völ­lig
ver­armt und lebt weit unter­halb des Exis­tenzmin­i­mums.
Ende Feb­ru­ar 2004 kon­nte man in der deutschen Presse Nachricht­en aus der
Ost­slowakei lesen, in denen von revoltieren­den, plün­dern­den
Zige­uner­ban­den die Rede war, die sich Straßen­schlacht­en mit der Polizei
liefer­ten.
Wie es dazu kam, lässt sich erk­lären mit der sich per­ma­nent zus­pitzen­den
Sit­u­a­tion der dort leben­den Romas. Da in den staatlichen Schulen der
Slowakei kein Romanes (die Sprache der Roma) unter­richtet wird, sind
drei Vier­tel der Romakinder dazu gezwun­gen Son­der­schulen zu besuchen,
nur ein Drit­tel von ihnen schafft den Volkss­chu­la­b­schluss. Damit ste­hen
die Jobchan­cen schlecht, hinzu kommt noch die Diskri­m­inierung der Roma
auf dem Arbeits­markt, Roma wer­den in der Regel nicht angestellt.
Fol­glich liegt die Erwerb­slosen­quote bei über 80%, in manchen Sied­lun­gen
bei 100%. Aus diesem Grund sind Roma in der Regel auf Sozial­hil­fe
angewiesen. Dieses Geld, was ohne­hin schon nicht viel war, wurde nun
noch ein­mal um die Hälfte gekürzt. Daraufhin ist es in vie­len Sied­lun­gen
der Ost­slowakei zu Protesten seit­ens der Romas gekom­men, in Form von
Demon­stra­tio­nen und Plün­derun­gen von Super­märk­ten.

Mar­co del Pra und Juliane Wedell besucht­en die Roma im Herb­st 2004 in
der Slowakei (Svinia, Kosice und Bystrany) und wer­den in einem Foto- und
Reise­bericht davon erzählen.

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