25. Oktober 2014 · Quelle: Inforiot

80 Neonazis jammern in Brandenburg/Havel

Bericht und Fotos: Rechte Kundgebung auf dem Neustädtischen Markt / Protestaktionen am Rande

INFORIOT Rund 80 Neon­azis haben bei ein­er Kundge­bung am Sam­stag (25.10.) in Brandenburg/Havel „gegen staatliche Repres­sio­nen“ protestiert. Ver­anstal­ter war die „Gefan­genen­hil­fe“, eine Organ­i­sa­tion, die inhaftierte Neon­azis unter­stützen will. Auch die NPD sowie das Kam­er­ad­schafts-Net­zw­erk „Licht und Schat­ten“ hat­ten zu der Aktion mobil­isiert.
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Am Rande der recht­en Kundge­bung auf dem Neustädtis­chen Markt protestierten rund 70 Men­schen. Aufgerufen dazu hat­te die stadtof­fizielle „Koor­dinierungs­gruppe für Demokratie und Tol­er­anz“. Vere­inzelt waren Antifas an den Protesten beteiligt. Trotz einiger Pfeifkonz­erte und Zwis­chen­rufe war der Protest ver­gle­ich­sweise schwach.
Brud­er von NSU-Angeklagtem fed­er­führend / rechter Mörder eben­falls vor Ort
Fed­er­führende Per­son bei der Neon­azi-Kundge­bung war Maik Eminger — der Zwill­ings­brud­er des im Münch­en­er NSU-Ter­ror­prozess Angeklagten André Eminger. Bei sein­er Ansprache beklagte Maik Eminger, dass das deutsche Volk “in Fes­seln” liege und darum der „Volk­stod“ dro­he. Alle, die dage­gen Wider­stand leis­ten wür­den, müssten damit rech­nen, in den „Kerk­er des herrschen­den Sys­tems“ ges­per­rt zu wer­den.
Unter den Teil­nehmerIn­nen der Kundge­bung befand sich auch Neon­azi Sascha Lücke, der 1996 in Brandenburg/Havel den Punk Sven Beuter ermordet hat­te und dafür im Gefäng­nis saß. Auch er fühlt sich offen­bar als Opfer der „Repres­sion durch das Sys­tem“.
Jam­mern über die „Flim­mer­sy­n­a­goge“
Auch Sebas­t­ian Schmidtke, vorbe­strafter NPD-Vor­sitzen­der in Berlin, jam­merte in sein­er Rede. Alle, die die “Wahrheit­en” aussprechen wür­den, wür­den in den “Repres­sion­sap­pa­rat des Sys­tems” ger­at­en. Die Mei­n­ung beispiel­sweise, das es Unter­schiede zwis­chen Män­nern und Frauen geben würde, dürfe man nicht aussprechen — son­st dro­ht­en Sank­tio­nen durch den “Repres­sion­sap­pa­rat”. Horst Mahler, in Bran­den­burg inhaftiert­er Holo­caustleugn­er, sei im Gefäng­nis, nur weil er “Geschichts­forschung” betrieben habe, so Schmidtke. In etwas eigen­williger Logik führte Schmidtke dann aus, dass trotz der all­ge­gen­wär­ti­gen poli­tis­chen Unter­drück­ung seine Partei, die NPD, kein Ver­bot zu befürcht­en habe: “Wer nichts ver­botenes tut, kann auch nicht ver­boten wer­den”.
Ein weit­er­er Rede­beitrag kam vom Süd­bran­den­burg­er Neon­azi Pierre Dorn­brach. Für ihn mache sich die Repres­sion auch in ein­er “psy­chol­o­gis­chen Kriegs­führung” bemerk­bar, die gegen das deutsche Volk geführt werde. Ein Hauptin­stru­ment dafür sei die “Flim­mer­sy­n­a­goge” — gemeint ist das als anti­semi­tis­ches Schmäh­wort fürs Fernse­hen.
Rechte Aufmärsche “gegen Repres­sion” sind in Brandenburg/Havel kein Novum: Erst im Juli hat­te es eine Kundge­bung von 25 Neon­azis mit ähn­lich­er Aus­rich­tung in Brandenburg/Havel gegeben. 2011 hat­ten in der Stadt rund 250 Neon­azis für Horst Mahler demon­stri­ert.
Hitler auch dabei – als Schaus­piel­er
Neben der Neon­azikundge­bung bewegte sich einige Zeit ein als Adolf Hitler verklei­de­ter Schaus­piel­er, begleit­et von einem Kam­er­ateam. Anscheinend wurde die Kundge­bung als Kulisse für die Ver­fil­mung der Hitler­sa­tire „Er ist wieder da“ genutzt.

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