31. Juli 2011 · Quelle: Inforiot

Antifa-Workcamp in Ravensbrück angelaufen

Junge Antifaschist_innen wollen das Gedenken an die Opfer des NS bewahren

Infori­ot — Am Sam­stag begann das 2. Antifaschis­tis­che Work­camp im ehe­ma­li­gen Konzen­tra­tionslager Ravens­brück.
Knapp 50 Teilnehmer_innen, vornehm­lich aus Neu­rup­pin und Umge­bung, nehmen an dem Camp teil, das noch bis zum kom­menden Sam­stag andauern wird. Das Camp soll an die Opfer der Nazis erin­nern und für die Zukun­ft mah­nen. Das Gedenken soll durch die Arbeit an der Mahn-und Gedenkstätte aufrechter­hal­ten werden.

Die Organisator_innen des Jugend­wohn­pro­jekt Mit­ten­drin aus Neu­rup­pin, schreiben in ihrem Aufruf für das Camp: “Kein Vergeben, kein Vergessen – das gilt für die Tat­en von alten und neuen Nazis. Wir wollen nicht vergessen, welch­es Leid Faschist_Innen über die Welt gebracht haben, wer bei ihren abscheulichen Ver­brechen mit­gemacht hat und auch nicht wer davon prof­i­tiert hat. Die Nazis waren keine UFOs die auf ein­mal kamen und alles kaputt geschla­gen haben, son­dern sie waren mit ihrer men­schen­feindlichen Ide­olo­gie tief in der deutschen Gesellschaft ver­wurzelt.” [Der ganze Aufruf hier.]

An den ersten bei­den Tagen, haben die jun­gen Aktivist_innen damit begonnen, Gleise freizule­gen und Wege von Unkraut zu befreien, um sie später zu befes­ti­gen. Trotz starken Regens sollen die Arbeit­en auch in den fol­gen­den Tagen weitergehen.

Neben diesen Arbeit­en, der Recherche zur Gedenkstätte und den Instand­set­zungsar­beit­en im Siemenslager (,welch­es zum Lagerkom­plex Ravens­brück gehört,) wer­den auch  Gespräche und Infover­anstal­tun­gen zu den The­men Zwangsar­beit, Faschis­mus, Kap­i­tal­is­mus und aktueller Gedenkstät­ten­poli­tik stat­tfind­en. An den kom­menden Tagen wird sich z.B. die  Lagerge­mein­schaft Ravens­brück / Fre­un­deskreis e.V. vorstellen, Thomas Kuczyn­s­ki wird zu “Entschädi­gung & Zwangsar­beit” referieren. Darüber hin­aus wird ein Gespräch mit Esther Bejara­no stat­tfind­en, die als Gefan­gene 1943 im Ver­nich­tungslager Auschwitz zum Mäd­chenorch­ester Auschwitz gehörte. Sie über­lebte den Aufen­thalt in Auschwitz und wurde ins KZ Ravens­brück deportiert. Dort musste sie Zwangsar­beit leis­ten. Während des Todes­marsches im Jahr 1945 kon­nte sie schließlich fliehen. 

In den näch­sten Tagen soll dann auch wieder die Umge­bung auf das Work­camp aufmerk­sam gemacht wer­den, zum Beispiel in Form eines Lesekreis­es in Fürsten­berg. Eben­falls sollen Infotafeln zum Siemensgelände aufgestellt wer­den.”, kündigten die  Organisator_innen an.

Alle Aktiv­itäten wer­den durch Fotos, ein Video­tage­buch und Blo­gein­träge doku­men­tiert und sind online ver­füg­bar unter: http://ravensbrueck2011.blogsport.eu/

Wer mit dem Gedanken spielt, sich in den näch­sten Tagen dem Camp noch anzuschließen, kann sich hier über das Pro­gramm informieren.

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