22. September 2009 · Quelle: Antifa Westhavelland

Brutale Naziattacke in Rathenow

(Neo)nazis schlugen zwei Jugendliche im Stadtzentrum zusammen

Am frühen Sam­stag­mor­gen wur­den zwei Jugendliche in Rathenow von mehreren Nazis­chlägern ange­grif­f­en und der­art zusam­mengeschla­gen, dass sie erhe­bliche Ver­let­zun­gen im Kopf­bere­ich erlit­ten. Ein­er der Bei­den musste mit einem Schädel­hirn­trau­ma in das örtliche Kranken­haus eingewiesen wer­den. Die Täter stam­men aus dem örtlichen (Neo)nazimilieu, gehörten bzw. gehören der ver­bote­nen Kam­er­ad­schaft „Sturm 27“ sowie der Grup­pierung „Anti Antifa Rathenow“ (AAR) an und beteili­gen sich aktiv an Aktio­nen und Ver­anstal­tun­gen der regionalen NPD.

Bish­erige Recherchen zu dem Vor­fall ergaben, dass sich die (Neo)nazigruppe  zunächst bei einem der Täter zu Hause betrank und an Naz­imusik auf­putschte. Nach Mit­ter­nacht sei die Gruppe dann lär­mend und ran­dalierend ins Stadtzen­trum aufge­brochen. Dort angekom­men belästigten die (Neo)nazis bere­its mehrere Per­so­n­en, als sie die bei­den späteren Opfer gewahr wur­den, die ger­ade aus ein­er Diskothek kamen und auf dem Nach­hauseweg waren.

Sofort schar­rten sie sich um die bei­den und began­nen Ihnen, nach ein­er kurzen ver­balen Auseinan­der­set­zung,  Pfef­fer­spray in die Augen zu sprühen. Dann schlu­gen und trat­en jew­eils vier bis fünf Täter auf die nun­mehr wehrlosen Opfer ein. Men­schen die den bei­den zu Hil­fe kom­men woll­ten, wur­den eben­falls attack­iert.

Bei einem der Haupt­tatverdächti­gen han­delt es sich um den 24 jähri­gen Math­ias Ull­rich, der erst vor weni­gen Wochen zu ein­er mehrmonati­gen Gefäng­nis­strafe verurteilt wurde, weil er einen Stein in Rich­tung eines Polizis­ten warf. Des Weit­eren ist Ull­rich wegen zahlre­ich­er ander­er Gewalt­de­lik­te, die er aus (neo)nazistischer und ras­sis­tis­ch­er Moti­va­tion began­gen hat, vorbe­straft. Von 2005 bis 2007 saß Ull­rich u.a. deswe­gen in ein­er Jus­tizvol­lzugsanstalt ein. Zurzeit ist er allerd­ings noch auf freien Fuß, da in Bran­den­burg der Tag der Verurteilung nicht mit dem Tag des Haf­tantrittes zusam­men­fällt. Die Zeit bis zur Haft nutzt das Mit­glied des ver­bote­nen „Sturm 27“ für die aktive Unter­stützung der regionalen NPD und eben für weit­ere Gewalt­straftat­en.

Ein weit­er­er Haupt­tatverdächtiger ist Thomas Kro­ne von der „Anti Antifa Rathenow“. Auch er ist bere­its durch Gewalt­de­lik­te in Erschei­n­ung getreten. Erst Anfang des Jahres wurde er aus der Strafhaft ent­lassen. Bere­its im Mai 2009 soll er jedoch schon wieder zugeschla­gen haben. Gemein­sam mit einem Kam­er­aden, der auch an der Tat am ver­gan­genen Sam­stag beteiligt gewe­sen sein soll, soll Kro­ne in ein­er Gast­stätte  in Rathenow zunächst  „Sieg Heil“ skandiert und dann den Wirt ange­grif­f­en haben.

Die bei­den Opfer gehören kein­er poli­tis­chen Grup­pierung an, machen aber aus ihrer Abnei­gung gegen Ras­sis­mus und (Neo)nazis keinen Hehl. Ein­er der bei­den wurde bere­its Anfang August von einem anderen Mit­glied des ver­bote­nen „Sturm 27“ attack­iert, infolgedessen er sich in ärztliche Behand­lung begeben musste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Rathenow — Ein wegen Gewalt­tat­en verurteil­ter NPD Stad­trat hat in Rathenow eine Kundge­bung für mehr „Sicher­heit“ angekündigt. Daraufhin bat ihn ein Christ­demokrat auch um par­la­men­tarische Hil­fe. Der Neon­azi soll einem CDU Antrag in der SVV zus­tim­men.
Ein lang ersehn­ter Gast und ein biss­chen mehr Nach­haltigkeit – das Frie­rock im Jahr nach dem 20. Jubiläum – vom 9–11 August find­et wieder das kleine aber feine Fes­ti­val im Havel­land statt.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot