15. März 2018 · Quelle: Rote Hilfe Potsdam

Der 18.3. ist unser Tag!

Nazikundgebung verhindern!

An diesem Woch­enende wollen Nazis in Pots­dam eine Sol­i­dar­ität­skundge­bung für einen wegen anti­semi­tis­ch­er Belei­di­gun­gen verurteil­ten Neon­azi durch­führen. Das Datum, das sie sich dafür aus­ge­sucht haben, ist der 18. März, der Tag der poli­tis­chen Gefan­genen. Dies ist nur ein weit­er­er, wenn auch beson­ders dum­mer Ver­such von (Neo-)faschistInnen, sich Dat­en und Sym­bole link­er Bewe­gun­gen anzueignen.
1923 erk­lärte die Inter­na­tionale Rote Hil­fe (IRH) den 18. März zum „Inter­na­tionalen Tag der Hil­fe für die poli­tis­chen Gefan­genen“. Das Datum wurde in Erin­nerung an den Beginn der Paris­er Com­mune am 18. März 1871 gewählt. Die Paris­er Com­mune war ein Sig­nal des Auf­bruchs und der Hoff­nung für die Linke weltweit. Ent­standen während des Deutsch-Franzö­sis­chen Krieges verkör­perte sie einen Gege­nen­twurf zu Nation­al­is­mus und Chau­vin­is­mus. In der Erin­nerungskul­tur der Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung stand dieses Datum für das Gedenken ein­er­seits an einen der ersten poli­tis­chen Erfolge der rev­o­lu­tionären Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung und ander­er­seits an die Opfer, die die Nieder­schla­gung der Rev­o­lu­tion in Paris kostete. 25.000 Men­schen fie­len dem kon­ter­rev­o­lu­tionären Ter­ror unmit­tel­bar zum Opfer, weit­ere 3000 star­ben in den Knästen und 13700 wur­den zu meist lebenslänglichen Haft­strafen verurteilt. Nach der Nieder­schla­gung der rev­o­lu­tionären Kämpfe Anfang der 1920er Jahre saßen weltweit wieder viele Rev­o­lu­tionärIn­nen im Knast, mussten unter­tauchen und wur­den ver­fol­gt. Um die Kämpfe gegen diese Ver­fol­gung zu bün­deln führte die IRH den Tag der poli­tis­chen Gefan­genen ein. Er war ein Sym­bol ein­er inter­na­tionalen sol­i­darischen Emanzi­pa­tions­be­we­gung, die sich auch dem aufk­om­menden Faschis­mus ent­ge­gen­stellte. In den Rei­hen der Roten Hil­fe Deutsch­lands (RHD) engagierten sich viele Linke mit einem jüdis­chen Hin­ter­grund, viele jüdis­che JuristIn­nen und Intellek­tuelle unter­stützen die RHD.
Seit den 1990er Jahren bege­ht die Rote Hil­fe als linke strö­mungsüber­greifende Sol­i­dar­ität­sor­gan­i­sa­tion den 18. März wieder als Tag der poli­tis­chen Gefan­genen. An diesem Tag erin­nern wir an Men­schen, die wegen ihres Ein­tretens für eine Welt ohne Krieg, Aus­beu­tung und Ras­sis­mus in den Knästen sitzen. Wir stellen uns damit in die Tra­di­tion inter­na­tionaler Kämpfe um Emanzi­pa­tion.
Das Vorhaben der Nazis ste­ht diesen Tra­di­tio­nen und damit der Idee des „Tages der poli­tis­chen Gefan­genen“ diame­tral ent­ge­gen. Als Rote Hil­fe Pots­dam rufen wir deshalb dazu auf, am 18. März die Nazikundge­bung vor dem Landgericht Pots­dam zu ver­hin­dern.

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