2. Januar 2017 · Quelle: f_antifa brandenburg

FLTI-Räume sind notwendig!

Zur Notwendigkeit von cis-Typen-freien Räu­men zur Selb­stre­flex­ion und als Empow­er­ment
Gegen­wär­tig ver­anstal­ten wir eine Tour unter dem Namen “Skills for Inter­ven­tion”, in deren Rah­men Ver­anstal­tungswoch­enen­den in ver­schiede­nen Städten Bran­den­burgs stat­tfind­en. Es geht primär darum Frauen­Les­ben­TransIn­ter zu empow­ern und ihnen Räume zu eröff­nen, in denen sie sich trauen Dinge auszupro­bieren, die in der weib­lichen Sozial­i­sa­tion klas­sis­cher­weise nicht erlernt wer­den und/oder nicht zu den gesellschaftlichen Vorstel­lun­gen passen, „wie eine Frau zu sein hat“. Hierzu gehören ins­beson­dere tech­nis­che Fähigkeit­en, wie sie bei diversen prax­isori­en­tierten Work­shops erlernt wer­den kön­nen, oder aber selb­st­be­wusstes Auftreten und das Aufzeigen von Gren­zen, wie zum Beispiel im Work­shop zum Ver­anstal­tungs- und Pro­jek­tschutz.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ohne cis-männliche# Präsenz und Blicke die Hemm­schwelle, zu sich zu ste­hen und sich auszupro­bieren, viel geringer ist. Außer­dem gibt es Work­shops, in denen es um den Aus­tauschen über Erfahrun­gen mit Sex­is­mus und mit sex­u­al­isiert­er Gewalt geht. Hier­für ist es notwendig, sicherere Räume zu schaf­fen. Meis­tens sind cis-Män­ner diejeni­gen, von denen sex­u­al­isierte Gewalt aus­ge­ht, weswe­gen ihr Auss­chluss für die Schaf­fung von Schutzräu­men bei diesen The­men wichtig ist.
Wir find­en es wichtig, sich an eini­gen Punk­ten solche geschützten Räume (auch gegen Wider­stand) anzueignen, um im Anschluss, durch den Aus­tausch und das Empow­er­ment untere­inan­der gestärkt, wieder her­auszutreten.
Unter einem Sys­tem, dass alle Men­schen in nur zwei Kat­e­gorien, näm­lich “Mann” und “Frau”, ein­teilt und diesen ganz bes­timmte Eigen­schaften zuschreibt, lei­den natür­lich auch cis-Män­ner. Denn auch ihnen will dieses Sys­tem vorschreiben, wie sie sich ver­hal­ten sollen und wie sie ausse­hen müssen, was sie gut kön­nen und was sie auf gar keinen Fall tun dür­fen. Allerd­ings kön­nen wir dabei nicht vergessen, dass dieses Sys­tem eben im Ungle­ichgewicht zugun­sten von cis-Män­nern beste­ht: alles was mit Vorstel­lun­gen von Männlichkeit verknüpft wird, ist höher bew­ertet oder bess­er bezahlt. Daher haben cis-Män­ner, trotz ihrer eige­nen Betrof­fen­heit von Sex­is­mus, eben auch Priv­i­legien inne. Und auch sich selb­st als fem­i­nis­tisch beze­ich­nende cis-Män­ner kön­nen (unbe­wusst) patri­ar­chale Struk­turen repro­duzieren und dadurch anwe­sende Frauen­Les­ben­TransIn­ter ein­schränken.
Daher begrüßen wir es sehr, wenn sich cis-Typen inten­siv mit der ihnen zugewiese­nen Geschlechter­rolle sowie den sich daraus ergeben­den Ein­schränkun­gen und Priv­i­legien beschäfti­gen und find­en Work­shops zu z.B. kri­tis­ch­er Männlichkeit eine pri­ma Sache. Aber wir als Frauen*-Gruppe haben keine Lust, solch einen Work­shop für cis-Män­ner zu organ­isieren. Ein­mal, weil ein Teil der weib­lichen Sozial­i­sa­tion die Zuschrei­bung der Pflegerolle ist („Frauen küm­mern sich“) und wir diese nicht ständig repro­duzieren wollen. Ander­er­seits erwarten wir von kri­tis­chen cis-Män­nern, dass sie sich selb­st ihre Räume schaf­fen und sich selb­st um ihre Reflex­ion küm­mern. Wir ver­mit­teln gerne Kon­takt zu Men­schen, die solche Work­shops zu kri­tis­ch­er Männlichkeit anbi­eten, aber wir wer­den das nicht organ­isieren. Weil Sex­is­mus uns alle bet­rifft, soll­ten wir uns auch alle damit auseinan­der­set­zen und diese Auseinan­der­set­zung nicht wieder denen über­lassen, die stärk­er davon betrof­fen sind.
Wir haben den Sex­is­mus in dieser Gesellschaft noch lange nicht über­wun­den und solange das so ist, wollen und brauchen wir unbe­d­ingt cis-Typen-freie Räume und mehr wirk­lich kri­tis­che cis-Män­ner! YEAH!
#cis beze­ich­net das Gegen­teil von trans und meint, dass eine Per­son das Geschlecht haben möchte, das ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde.
Mit dem * wollen wir deut­lich machen, dass die jew­eils markierten Beze­ich­nun­gen alle diejeni­gen meinen, die sich selb­st in ihnen verorten.

Unser Workshopreihe "Skills for Intervention" ist derzeit in Brandenburg unterwegs.

Unser Work­shoprei­he “Skills for Inter­ven­tion” ist derzeit in Bran­den­burg unter­wegs.


Mehr Infos zur Work­shoprei­he find­et ihr unter www.fabb.antifa.cc/
P.S. Das queer_topia*Workshop-Kollektiv bietet z.B. Work­shops zu Kri­tis­ch­er Männlichkeit an

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