25. Juni 2020 · Quelle: Soziales Zentrum JWP "MittenDrin"

Gedenken an Emil Wendland

Wir rufen dazu auf sich am 01. Juli 2020 ab 18:00 Uhr am Rosengarten, dem zentralen Gedenkort für Emil Wendland, einzufinden, diesem würdig zu Erinnern und ein sichtbares Zeichen gegen rechte Hetze und Gewalt zu setzen.

Gedenken: Mittwoch den 01. Juli 2020 | 18:00 Uhr | Rosen­garten Neu­rup­pin

Aufrufende: Soziales Zen­trum JWP „Mit­ten­Drin“ e.V. und linksju­gend [´sol­id] Neu­rup­pin

Die Tat

Am 1. Juli 2020 jährt sich zum 28. Mal der Mord an dem damals woh­nungslosen Lehrer Emil Wend­land. In der Nacht zum 1. Juli 1992 über­fie­len nach einem Saufge­lage drei örtliche Naziskin­heads den völ­lig wehrlosen und schlafend­en Wend­land im Neu­rup­pin­er Rosen­garten, trat­en mit Springer­stiefeln auf ihn ein und zer­schlu­gen eine Bier­flasche an seinem Kopf. Vor­erst ließen sie den schw­er Ver­let­zten zurück bis ein­er aus der Gruppe zurück­kehrte und mit einem Jagdmess­er sieben Mal auf ihn ein­stach, sodass dieser verblutete.
Im Anschluss daran kehrte die Gruppe noch ein­mal zurück und sam­melte mögliche Beweis­mit­tel ein. Emil Wend­land starb in dieser Nacht in Neu­rup­pin. Seit­dem gibt es durch das JWP Mit­ten­Drin das Bemühen eines regelmäßi­gen Gedenkens.

Motive

Emil Wend­land musste ster­ben, weil er auf­grund von Woh­nungslosigkeit und ein­er Alko­holkrankheit nicht in das rechte Welt­bild sein­er Mörder passte. In der Ver­hand­lung wurde das sozial­dar­win­is­tis­che und klas­sis­tis­che Motiv der Täter an mehreren Punk­ten deut­lich. So gin­gen die drei Mit­glieder der örtlichen Neon­aziszene los um „Assis aufzuk­latschen“. Ein Täter habe das Opfer für „einen Men­schen zweit­er Klasse gehal­ten“ und ein ander­er sah Woh­nungslose Men­schen als „mißliebig und ver­acht­enswert an“.

Doch wir sagen, es gibt kein Unwertes Leben! Kampf dem Klas­sis­mus!

Flyer zur Gedenkveranstaltung - Abgebildet sind eine Rose, ein Foto von Emil Wendland und das Logo der Antifaschistischen Aktion. Dazu der Text: Niemand ist Vergessen, In Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt, Gedenken an Emil Wendland, 01. Juli 2020 18 Uhr, Rosengarten Neuruppin

Kein Einzelfall

Bran­den­burg ist eines der Bun­deslän­der, in denen seit der Wiedervere­ini­gung die meis­ten Todes­opfer rechter Gewalt zu bekla­gen sind. Die Opfer­per­spek­tive Bran­den­burg verze­ich­net 22 Todes­opfer rechter, ras­sis­tis­ch­er und sozial­dar­win­is­tis­ch­er Gewalt, die seit den 1990 Jahren durch Neon­azis ums Leben gekom­men sind. Zudem wer­den fünf Per­so­n­en als Ver­dachts­fälle gelis­tet, wo weit­ere Indizien auf ein recht­es Motiv hin­weisen, es aber lei­der an Infor­ma­tio­nen fehlt, um eine abschließende Bew­er­tung dieser Fälle vornehmen zu kön­nen. Dies sind nur einige Beispiele, die verdeut­lichen sollen – es han­delt sich dabei nicht um Einzelfälle!

Gedenken

Wir rufen alle Bürger*innen am 01. Juli 2020 ab 18 Uhr auf, sich am Rosen­garten, dem zen­tralen Gedenko­rt für Emil Wend­land, einzufind­en, diesem würdig zu Erin­nern und ein sicht­bares Zeichen gegen rechte Het­ze und Gewalt zu set­zen. Diese Tat­en dür­fen nicht in Vergessen­heit ger­at­en!

Kein Vergeben!! Kein Vergessen!!!
Im Gedenken an Emil Wend­land und alle anderen Opfer rechter Gewalt!

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