15. Mai 2003 · Quelle: Kesselberg

Kesselberg droht Zwangsversteigerung

(Indy­media) das ökol­o­gis­che kul­turzen­trum kessel­berg ist ein 45ha gros­es gelände ca. 30km südöstlich von berlin-mitte, zwis­chen neu-zit­tau und werns­dorf, ein paar kms vom s‑bahnstop erkn­er weg…

es beste­ht aus 11 gebäu­den (u.a. wohn­räume, werk­statthallen, neuer san­itär- und heizungsan­lage etc.) und ist durch eige­nen brun­nen, pflanzen­kläran­lage (im bau), wind- und solaran­la­gen, kom­postk­los und per­makul­tur­an­bau (in pla­nung) weit­ge­hend autark. der rest des gelän­des beste­ht zum größten teil aus wald.

die pro­jek­tvi­sion “aguas calientes kessel­berg — inter­na­tionale ya bas­ta begeg­nungsstätte” soll als open space alle ansprechen, die “beim auf­bau eines größeren net­zw­erkes selb­st­bes­timmter leben­sräume” mitwirken wollen und sich mit der idee eines “ortes des geisti­gen und prak­tis­chen aus­tausches fortschrit­tlichen, emanzi­pa­torischen, rev­o­lu­tionären wis­sens und handel(n)s” irgend­wie anfre­un­den kön­nen.

nach fast 5 jahren “stiller” beset­zung, vie­len (gescheit­erten) feindlichen über­nah­mev­er­suchen, vie­len inter­nen diskus­sio­nen, wexsel­nden grup­pen­zusam­menset­zun­gen sieht die lage momen­tan so aus, das dem­näxt ein wohl endgültiger “zwangsver­steigerung­ster­min” anste­ht, und zwar genau am 7.juli !

für die summe von 100.000 eus beste­ht die möglichkeit, das gelände zu “kaufen”. die con­nec­tions zur bank sind gut, so dass wir den zuschlag auf jeden fall kriegen wür­den. zunächst würde der kessel­berg e.v. als käuferin in erschei­n­ung treten, allerd­ings wird der­weil eine rechts­form gesucht, bei der let­z­tendlich nichts und niemen­sch das gelände gehört (land kann nich besessen wer­den.…).
gut ein drit­tel der summe ist bere­its zusam­men — wenn noch viele, viele leude finanziell was beis­teuern, wärs pro per­son also gar nich sooo viel

sollte das geld nich zusam­menkom­men, so wird mit ziem­lich­er sicher­heit aus dem bish­eri­gen freiraum wohl ein bootab­stellplatz (mit stachel­draht und pri­vater secu­ri­ty???) oder ähn­lich­es…
dem ort­san­säs­si­gen cdu-bürg­er­meis­ter würde so ein bootsab­stellplatz wohl bess­er gefal­l­enL

diesen alb­traum wollen wir hier aber nicht weit­er aus­malen, son­der eher dazuan­re­gen, sel­ber kreativ und aktiv zu wer­den. spendet kohle und/oder ideen. habt ihr vorschläge/erfahrungen für öffentlichkeitswirk­same aktionen/pressekontakte? ken­nt ihr umwelt­banken, die zins­freie kred­ite o.ä vergeben, ken­nt ihr sel­ber geldge­berz? wisst ihr von möglichen förder­fonds?
evtl. im keller ste­hende geld­pressen wür­den wir auch gerne mit­nutzen. auch immer gerne ideen für eigene ver­anstal­tun­gen, für die ihr das gelände nutzen wollt…oderoderoder…

bish­erige, teils schon real­isierte pro­jek­tideen der aktuellen besetzer/innencrew sind:

— ein sozial-(sub)kulturelles exper­i­men­tier­feld zu gestal­ten, mit genug raum für werk­stät­ten, the­ater, medi­en­werk­statt, bands und djanes, strassenkun­st, par­ties,…

— eine “indi­gene botschaft” zu ini­ti­ieren nach den bedürfnis­sen der indi­ge­nas

— eine ökol­o­gisch nach­haltige lebens­form zu leben und ver­mit­teln (z.b. autarke energiev­er­sorgung, eigen­er gemüsean­bau; sem­i­nare, work­shops, camps)

— offen­heit für “alter­na­tive hand­lungsan­sätze” zu haben, im sinne von alter­na­tiv­er medi­zin, med­i­ta­tion, yoga, etc. ? jedoch ist keine “eso-nis­che” gemeint, vorder­gründig soll­ten undog­ma­tis­che, poli­tis­che ansätze sein…

“wir wis­sen nicht, wie die lösung ausse­hen wird. wir haben immer noch nicht die zauber­formel für ein per­fek­tes sys­tem, in dem wir alle per­fekt funk­tion­ieren wer­den müssen. wir wis­sen nur eins — dieses land, dieses sys­tem ist es nicht. hin­ter uns der mis­thaufen unser­er geschichte, vor uns die zukun­ft — die chance zur frei­heit. eine welt, in die viele wel­ten passen kön­nen.”

mehr im netz — www.kesselberg.info

anson­sten jeden son­ntag, 16.00 uhr offenes tre­f­fen vor ort


Mehr zum Kessel­berg:Ökol­o­gis­ches Kul­turzen­trum Kessel­berg bedro­ht (Infori­ot-Beitrag vom 23.10.02)

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