26. April 2010 · Quelle: DOSTO- Polit AG, Linksjugend [´solid], Antifa Bernau

Mit dem Fahrrad auf den Spuren ehemaliger Zwangsarbeiter_innen

Fahrradtour durch Eberswalde erinnert an die Außenstellen des KZ Ravensbrück in Eberswalde

Eber­swalde – Am Son­ntag gedacht­en junge Men­schen mit ein­er Fahrrad­tour den ehe­ma­li­gen Häftlin­gen und Zwangsarbeiter_innen des KZ, sein­er Außen­stellen und Fab­riken. Ein Vertreter des „Geschichtswis­senschaftlichen Insti­tuts Eber­swalde“ (GWI) führte die Gruppe zu mehreren his­torischen Orten und benan­nte Zahlen von Opfern, Namen von Über­leben­den, aber auch die Namen der Täter, die nahezu unbe­hel­ligt nach 1945 weit­er­lebten. Das GWI arbeit­et seit Jahren an der Aufar­beitung der NS-Geschichte im Raum Eber­swalde. Im Zeitraum von 1939 bis 1945 waren mehr als 20 000 Zwangsarbeiter_innen in Eber­swalde und Umge­bung beschäftigt.

 

 

Wichtige Sta­tio­nen der Tour waren die ver­schiede­nen Arbeit­slager und Wohn­barack­en, die sich durch die gesamte Stadt verteil­ten, so z.b. das Ostar­beit­er­lager am Mäck­ersee, das Gemein­schaft­slager in der Wolf­swin­kler Straße sowie das Ost­lager in der Anger­mün­der Straße. Unter den Insassen befan­den sich vor allem bel­gis­che, franzö­sis­che, pol­nis­che, hol­ländis­che und tschechis­che Frauen und Män­ner. Die Zwangsarbeiter_innen waren u.a. in Betrieben wie der „Fir­ma Seif­fert & Co“, den Märkischen Stahlformw­erk, den Ardeltwerken, der Brodt´schen Filz­fab­rik sowie der Muni­tions­fab­rik der „Finow Indus­trie GmbH“ beschäftigt. Let­ztere war direkt angegliedert an das Außen­lager des KZ Ravens­brück, der soge­nan­nten „Eisenspal­terei“.

 

Für Ort­sunkundi­ge und ver­mut­lich für den Großteil der Eber­swalder und Eber­swalderin­nen, ist die Geschichte der Stadt und der Umge­bung unbekan­nt Keine bis kaum Über­reste und auch kein­er­lei Gedenk­tafeln erin­nern heute an die Grauen der NS- Zeit. Allein zwei Barack­en der „Eisenspal­terei“, die dem Konzen­tra­tionslager ange­hörten, ste­hen noch heute. Eine Gedenk­tafel wurde allerd­ings erst 2009, an die heute als Jugend­club „Exil“ genutzten Barack­en angebracht.

 

Am 29. April 1945 wurde Eber­swalde nach lan­gen Kämpfen durch die Rote Armee befreit.

 

Die Fahrrad­tour fand im Rah­men der Ver­anstal­tungsrei­he „65. Jahrestag der Befreiung von der deutschen Bar­barei“ statt. Mit ver­schiede­nen Ver­anstal­tun­gen soll an die Ver­brechen der Nazis sowie an die Befreiung durch die Alli­ierten erin­nert wer­den. Mehr Infor­ma­tion zur Rei­he: www.inforiot.de/65jahre

 

Infor­ma­tio­nen zu den his­torischen Orten in Eber­swalde und Umge­bung sind beim GWI zu erfahren.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Vom 10.–12. Sep­tem­ber ver­anstal­tet die Jugend­bil­dungs- und Freizei­tini­tia­tive Bernau e.V. (biF e.V.) mit lokalen lokalen poli­tis­chen Ini­tia­tiv­en wie „Barn­im für Alle“ und dem „Bürger*innenasyl Barn­im“ einen anti­ras­sis­tis­chen Kongress. 
Anlässlich des Som­mer­fests der AfD auf dem Eber­swalder Mark­t­platz haben wir in der Nacht zum Son­ntag, 22.08.21 die Ver­anstal­tungs­fläche mit liter­weise gereiftem Urin getränkt.
Die AfD ver­sucht gar nicht mehr sich das Deck­män­telchen ein­er demokratis­chen Partei überzuw­er­fen. Im bran­den­bur­gis­chen Wahlkampf gibt sie sich keine Mühe, ihre recht­sradikale Gesin­nung zu verstecken.

Opferperspektive

Logo de rOpferperspektive Brandenburg

NSUwatch Brandenburg

Polizeikontrollstelle

Logo der Polizeikontollstelle - Initiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei

Netzwerk Selbsthilfe

Termine für Potsdam

Termine für Berlin

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot