7. Januar 2013 · Quelle: AK_Antifa Potsdam

Neues von der „Elefantifa“

Potsdam - Pressemitteilung des ak_antifa_potsdam

Am 03. Jan­u­ar veröf­fentlichte der ak_antifa_potsdam eine Pressemit­teilung zu der Spon­tandemon­stra­tion am Sil­vester­abend, die auf uner­wartet große Res­o­nanz stieß. Wir möcht­en uns dieser Res­o­nanz im Fol­gen­den wid­men.

Zunächst ein­mal sind wir nicht „die Pots­damer Antifa“. Selb­st in ein­er kleinen Stadt wie Pots­dam existiert eine Vielzahl von Grup­pierun­gen deren Aktivist_innen sich als Antifaschist_innen ver­ste­hen, u.a. die [Autonome] Antifaschis­tis­che Linke Pots­dam [AALP], Antifa Unit­ed, das Bünd­nis mad­stop und schließlich auch uns, den ak_antifa_potsdam. All diese Zusam­men­schlüsse haben unter­schiedliche Pro­file, machen auf ver­schiedene Art Poli­tik und wirken unter­schiedlich nach außen. Wir sprechen also nicht für „die Antifa“, son­dern nur im Namen unser­er Gruppe.

Es ist eben nicht so, dass „die Antifa“ für alles ver­ant­wortlich ist, wom­it sie sich sol­i­darisch zeigt. Die Vorstel­lung, die derzeit­i­gen Auseinan­der­set­zun­gen um Miet­poli­tik und linke Kul­tur- und Wohn­pro­jek­te könne auch Men­schen betr­e­f­fen, die kein­er Grup­pierung zu zuord­nen sind, liegt außer­halb des öffentlichen Ver­ständ­niss­es. Es muss eine Gruppe von Leuten iden­ti­fiziert, wer­den die für irgendwelche Aktio­nen im vollen Umfang ver­ant­wortlich ist. Dass Poli­tik nicht nur in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung stat­tfind­et, son­dern ver­schieden­ste Leute sich ihre Woh­nung nicht mehr leis­ten kön­nen oder über­haupt erst keine find­en und diese Sit­u­a­tion nicht mehr hin­nehmen wollen, ist offen­sichtlich für viele unver­ständlich. Um das noch ein­mal deut­lich her­auszuar­beit­en: WIR haben diese Spon­tandemon­stra­tion NICHT organ­isiert, son­dern uns lediglich mit den Teil­nehmenden sol­i­darisiert. Es ist uns ein Rät­sel wie aus der vorherge­hen­den Pressemit­teilung eine Über­schrift wie „Pots­damer Antifa beken­nt sich zu Ran­dale an Sil­vester..“ resul­tieren kon­nte. Dies ist schlichtweg falsch.

Wir sind uns dur­chaus bewusst, dass ein paar zer­broch­ene Fen­ster­scheiben und ein demoliertes Polizeifahrzeug keine poli­tis­che Kehrtwende her­beiführen wer­den. Sie sind nichts weit­er als der verzweifelte Ver­such sich Gehör zu ver­schaf­fen – und das mit Nach­druck. Auf anderem Wege scheint es ja offen­sichtlich nicht zu funk­tion­ieren. Deswe­gen ver­ste­hen wir den Frust der Teilnehmer_innen der Spon­tandemon­stra­tion.

Anstatt die Demon­stra­tion am Sil­vester­abend als Indiz dafür zu nehmen, dass in dieser Stadt etwas mächtig schief läuft, wird sie als pubertäre Quen­gelei abge­tan. Eben­so wenig nützt es nun eine „link­sex­trem­istis­che Gefahr“ her­auf zu beschwören und sich auf Angaben des poli­tisch ten­den­z­iösen Ver­fas­sungss­chutzes zu stützen, der seine Unfähigkeit mehr als ein­mal skan­dalös unter Beweis stellte. Wenn der Ver­fas­sungss­chutz als „ser­iöse“ Quelle zu Rate gezo­gen wird, wun­dert es nicht, dass rechte Fack­elmärsche und linke Demon­stra­tio­nen in einen Topf gewor­fen wer­den. Dies entspricht der poli­tis­chen Lin­ie ein­er Bun­deszen­trale für poli­tis­che Bil­dung, die der Auf­fas­sung ist, es seien die linksau­tonomen „Autozün­deleien“ die Neon­azis zu „Dön­er­mor­den“ motivieren. Wer sich nicht über einige kaputte Schaufen­ster­scheiben und ein kaputtes Polizeifahrzeug aufregt, hat das Recht ver­loren sich gegen die men­schen­ver­ach­t­ende Ide­olo­gie von Neon­azis zur Wehr zu set­zen, darf nichts mehr sagen gegen bren­nende Asylbewerber_innenheime oder sich äußern zu der vom Staat finanzierten Mord­serie des NSU äußern?

Das ist kein “Hum­bug”, das ist nicht nur absurd, das ist naiv — gefährlich naiv.

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