28. August 2009 · Quelle: Inforiot

NPD erneut in Joachimsthal — Mahnwache mit 70 Nazis am vergangenen Freitag

Infori­ot — Erneut gerät das kleine Örtchen Joachim­sthal im Barn­im in den Fokus von Nazis.

 

Am Fre­itagabend hat­te der Lan­desver­band der NPD zur Mah­nwache “Keine Gnade für die Täter! – Gebor­gen­heit statt Angst” “aufgerufen. Der Gegen­protest ließ nicht lange auf sich warten.

 

Etwa 70 Nazis von ver­schiede­nen Bran­den­burg­er NPD-Kreisver­bän­den, Kam­er­ad­schaften wie der „Kam­er­ad­schaft MärkischOder Barn­im“ (KMOB) sowie der Berlin­er Front­bann 24, gegen die derzeit ein Ver­botsver­fahren läuft , kamen zur Mah­nwache. Wie immer tumelte auch auch DVU Funk­tionär Klaus Mann samt Fam­i­lie unter den Teilnehmenden.

 

Nur wenige Meter von ihnen ent­fer­nt, sam­melte sich der Gegen­protest. Unter dem Mot­to „Deine Stimme gegen Nazis“ rief ein Bünd­nis aus evan­ge­lis­ch­er Kirche, das Jugend­pro­jekt „Bands auf fes­ten Füßen“ (kurz: BAFF), die linksju­gend [´sol­id] sowie die Jun­gen Sozialdemokrat­en (Jusos) um 18 Uhr zu ein­er Kundge­bung samt Konz­ert auf den Kirch­platz. Der laut­starke Protest sorgte für einen frühzeit­i­gen Abbruch der Mah­nwache der NPD.

 

Als Anlass für die Mah­nwache diente der NPD die Aus­set­zung der polizeilichen Tag und Nacht Bewachung des Sex­u­al­straftäters Wern­er K., der seit ver­gan­genem Jahr in Joachim­sthal lebt. Seit Wern­er K. nach sein­er Haf­tent­las­sung in Joachismthal lebt, gibt es immer wieder Proteste von Anwohner_innen.

Die NPD benutzt nun die Äng­ste der Bürger_innen und inti­gri­ert sie fest in ihre „Wahlkamp­fak­tiv­itäten“.

 

Bere­its im ver­gan­genen Jahr ver­suchte die NPD mit ihrer Parole „Todesstrafe für Kinder­schän­der“ und ihrem selb­ster­nan­nten Pro­gramm „Sicher­heit, Recht und Ord­nung“ Wahlkampf zu machen. Im Juni 2008 marschierten etwa 70 Nazis durch den kleinen Ort. Damals protestierten 150 Men­schen gegen die Nazis. Im Okto­ber skandierten sie u.a. Parolen wie „Ein Stock, ein Stein, schlagt Wern­er K. den Schädel ein!”.

Nicht weniger ein­deutig rief Klaus Beier (Lan­deschef der Bran­den­burg­er NPD) am Fre­itagabend dazu auf, die soge­nan­nten Kinder­schän­der in “Arbeit­slager” zu stecken.

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