27. Februar 2016 · Quelle: Antifaschist_innen aus der Region

[ORB] Erfolgreiche Demonstration gegen rechte Kundgebung in Oranienburg

An dem heuti­gen Fre­itagabend fand in Oranien­burg eine anti­ras­sis­tis­che Demon­stra­tion mit knapp 250 Teilnehmer_innen statt. Der Anlass der Demon­stra­tion war die anhal­tende ras­sis­tis­che Mobil­isierung in Oranien­burg und die zehnte Ver­samm­lung der Ras­sistIn­nen.
Unter den Mot­to „Zeit zu Han­deln – Gemein­sam gegen Ras­sis­mus“ ver­sam­melten sich die Demonstrant_innen am Oranien­burg­er Bahn­hof. Nach ein­er kurzen Wartezeit ging die Demon­stra­tion auch schon los und führte über einen kleinen Umweg durch ein Plat­ten­bauge­bi­et in der Sach­sen­hausen­er Straße zum Schloss. Dort wurde eine weit­ere Kundge­bung abge­hal­ten.
Eben­falls am Schloss fand die Kundge­bung des sog. „Abendspazier­gangs“ statt und eine Gegen­ver­anstal­tung des Bürg­er­meis­ters Hand-Joachim Laesicke im Vorhof des Schloss­es. Das als größeres Event angekündigte ras­sis­tis­che Kundge­bung mit dem recht­en Islamhas­s­er und PI-News-Autor „Michael Mannheimer“, alias Karl-Michael Merkle, zog erwartungs­gemäß viele Anhän­gerIn­nen an. Über 500 Per­so­n­en gesell­ten sich zur ras­sis­tis­chen Kundge­bung und lauscht­en der Het­ze von Merkle. Durch unsere laut­starke Kundge­bung wur­den die Reden der Het­zerIn­nen deut­lich übertönt. Allerd­ings wurde die anti­ras­sis­tis­che Kundge­bung auf­grund der Kälte vorzeit­ig been­det. Trotz­dem gab es laut­starken Protest. Anders als die Ver­anstal­tung des Bürg­er­meis­ters im Schlossvorhof, die bere­its bevor der Haupt­gast des recht­en Aufzuges zu reden begann, sich aufgelöst hat­te. Eine reale Auseinan­der­set­zung mit den ver­schwörungs­the­o­retis­chen und anti-mus­lim­is­chen The­sen des Merkle fand durch die Bürg­er­schaft nicht statt. Vere­inzelt rei­ht­en sich jedoch Teilnehmer_innen aus dem Schlossvorhof in die anti­ras­sis­tis­che Kundge­bung ein.
Nach­dem die Gegen­proteste der let­zten recht­en Demon­stra­tio­nen weitest­ge­hend einge­brochen sind, rief der Bürg­er­meis­ter Hans-Joachim Laesicke zusam­men mit dem Pfar­rer Hum­burg und allen Frak­tionsvor­sitzen­den zu ein­er Demon­stra­tion unter den Mot­to „Herz statt Het­ze“ auf. Die Demon­stra­tion zog von der St. Niko­lai-Kirche zum Schlossvorhof. In einem Rede­beitrag auf der antifaschis­tis­chen Demon­stra­tion in Gedenken an Sven Beuter am ver­gan­genen Sam­stag in Brandenburg/Havel hat­ten wir erörtert, warum eine Teil­nahme für anti­ras­sis­tisch und antifaschis­tisch gesin­nte Men­schen an dieser Demon­stra­tion aus unser­er Sicht nicht möglich seiIn einem Rede­beitrag macht­en wir heute zudem deut­lich, dass wir mit der derzeit­i­gen Ver­schär­fung des Asyl­rechts und vor allem mit den Beschluss des Asyl­pakets II nicht ein­ver­standen sind. Soll­ten die Politiker_innen aber irgend­wann ein­se­hen, dass das Prob­lem Ras­sis­mus heißt, und nicht die Vertei­di­gung „unser­er“ Werte gegen ver­meintliche „Extremist_innen“ ver­schieden­ster Colour ist, dann wäre auch eine gemein­same Ver­anstal­tung möglich.
Dass die Demon­stra­tion des Bürg­er­meis­ters mit 400 Per­so­n­en sehr gut besucht war, war abse­hbar, schließlich hat der „Rit­ter Han­si“ zur Audienz gebeten. Wenn die bloße Ankündi­gung ein­er anti­ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion in der Stadt dafür sorgt, dass die hohe Promi­nenz der Stadt und Poli­tik sich erhebt um auch mal wieder gegen Ras­sis­mus zu demon­stri­eren, dann ist auch dies als Erfolg aus unser­er Sicht zu werten.
Für den heuti­gen Abend ziehen wir eine pos­i­tive Bilanz. Dass sich etwa 250 Antirassist_innen und Antifaschist_innen an einem Fre­itagabend nach Oranien­burg bewegt haben um ein deut­lichen Zeichen gegen die andauernde ras­sis­tis­che Het­ze zu set­zen, werten wir als Erfolg. Obwohl die Demon­stra­tionsstrecke sehr kurz war und die Kundge­bung in Hör- und Sichtweite zu den Ras­sistIn­nen nicht viele Hand­lungsmöglichkeit­en hergegeben hat, wollen wir uns trotz­dem bei all den­jeni­gen bedanken, die den­noch nach Oranien­burg gekom­men und auf unser­er Kundge­bung geblieben sind. Zudem müssen wir lei­der kri­tisch anmerken, dass nicht alle Teilnehmer_innen der anti­ras­sis­tis­chen Demon­stra­tion sich an den zuvor angekündigten Aktion­skon­sens gehal­ten haben. Wir wür­den uns kün­ftig wün­schen die Antifaschist_innen wür­den sich an die Wün­sche der lokale Engagierten mehr hören.
Unser Ziel den Wider­spruch auf die Straße zu brin­gen wurde erfüllt. Wir haben in alle Deut­lichkeit gezeigt, dass wir den Ras­sistIn­nen den Raum für ihre Het­ze nicht über­lassen wer­den! Es sollte jedoch klar sein, dass es nicht bei einem Zeichen bleiben darf. Wir wer­den die aggres­sive ras­sis­tis­che Het­ze in Oranien­burg nicht weit­er hin­nehmen und kön­nen jet­zt schon sagen: wir kom­men wieder!
Auf diesem Wege wollen wir außer­dem auf weit­ere Ver­anstal­tun­gen in Bran­den­burg, die Unter­stützung bedür­fen, aufmerk­sam machen:

  • 5. März | 12:00 | Bhf. Rathenow: Antifa-Demo gegen Neon­azis-Großdemon­stra­tion
  • 12. März | 16:00 | Schulplatz Neu­rup­pin: Antifa-Demo: „Es reicht! Ger­ade machen gegen Nazis und Ras­sis­ten!“

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