19. Juli 2012 · Quelle: JWP Mittendrin

Sommer, Sonne, Antifa!”

Ravensbrück - Vom 14. bis zum 21. Juli arbeiten rund 50 Jugendliche auf dem Gelände des ehemaligen Siemens-Zwangsarbeiterinnen-Lagers Ravensbrück.

Som­mer, Sonne, Antifa!“ sollte auch dieses Jahr Mot­to des antifaschis­tis­chen Work­ing-Camps sein, welch­es bere­its zum 3. Mal in der Gedenkstätte Ravens­brück stat­tfind­et. Vom 14. bis zum 21. Juli arbeit­en rund 50 Jugendliche auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Siemens-Zwangsar­bei­t­erin­nen-Lagers. Die Teil­nehmerIn­nen und Teil­nehmer kom­men nicht nur aus Berlin und Bran­den­burg, son­dern auch aus Hes­sen, Sach­sen und Nor­drhein-West­falen. Das Durch­schnittsalter beträgt 18 Jahren.

Am Vor­mit­tag ste­hen die Arbeit­spro­jek­te auf dem Siemensgelände im Fokus, welch­es bis­lang nicht Bestandteil der Gedenkstätte ist und der Zugang durch Ver­wilderung zunehmend erschw­ert wird. Der Siemens-Konz­ern beschäftigte zur Zeit des deutschen Faschis­mus rund 2.400 Zwangsar­bei­t­erIn­nen auf diesem Gelände und übern­immt bis heute kein­er­lei Ver­ant­wor­tung für das Lager und seine Geschichte. Dem unbeschreib­lichen Leid der ehe­ma­li­gen Zwangsar­bei­t­erIn­nen von Siemens ste­hen riesige Prof­ite gegenüber, die bis heute nicht zurück­gezahlt wurde. Siemens kon­nte seine Stel­lung als weltweit führen­der Konz­ern erst durch die mas­sive Aus­beu­tung von Men­schen behaupten. Ziel unseres Work­ing-Camps ist es, zum Einen darauf aufmerk­sam zu machen, dass  Zwangsar­beit geleis­tet wurde. Zum Anderen wollen wir den Ver­fall dieses Ortes ver­hin­dern, um ein würdi­ges Gedenken zu ermöglichen, aber auch poli­tis­chen Druck auf die Ver­ant­wortlichen aufzubauen.

Um dies zu erre­ichen gibt es ver­schiedene Arbeits­grup­pen, die den Weg von der Gedenkstätte ins Lager zugänglich machen, während Andere die Gleise, Lager­mauer und Fun­da­mente der Mon­tage­hallen von Bewuchs befreien. Durch unsere Arbeit wurde beispiel­sweise ermöglicht, dass Über­lebende wieder mit dem Auto auf das Gelände gefahren wer­den kön­nen.

Bish­er kon­nten wir trotz durchwach­sen­em Wet­ter 20m Gleise reini­gen, 200m Weg säu­bern und begr­a­di­gen, sowie eine Lager­mauer, den ehe­ma­li­gen Reit­stall und das Fun­da­ment ein­er Mon­tage­halle frei­le­gen. Zeit­gle­ich wird täglich auf dem Fürsten­berg­er Mark­t­platz ein Lesezirkel ver­anstal­tet, der ver­schiedene antifaschis­tis­che Texte vorträgt und zum Disku­tieren ein­lädt.

Ergänzend zum prak­tis­chen Teil gibt es am Nach­mit­tag ver­schiedene Work­shops und Infover­anstal­tun­gen. Unter anderem han­delt es sich dabei um Zeitzeug­In­nen-Gespräche oder Vorträge zu The­men wie Täter­schaft und aktuellen Entwick­lun­gen der recht­en Szene. Zum Abschluss find­et wie jedes Jahr ein Aktion­stag statt, der die Arbeit des Camps nach außen trägt und ein öffentlich­es Forum für die The­matik der Zwangsar­beit in der Zeit des Faschis­mus darstellt.

Weit­ere Infos, Bilder und Videos zum Hin­ter­grund wer­den in der näch­sten Zeit im Inter­net unter http://www.antifa-ravensbrueck.de zu find­en sein.

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