29. August 2014 · Quelle: antifaschistische recherchegruppe frankfurt (oder)

Verwundbarer Musiker und Tättowierer

Frank­furt (Oder) — Unter der Über­schrift „Tin­ter­stech­er muss bluten“ berichtete das Nachricht­en­por­tal gegenrede.info Anfang August von einem Straf­be­fehl über 2.000 Euro gegen einen Frank­furter Neon­azi. Dieser hat­te auf seinem Face­book-Pro­fil einen anti­semi­tis­chen Spruch und ein Hitler­porträt veröf­fentlicht.

Der Neonazi Mario Müller spielt Gitarre und singt in der Coverband “Unverwundbar”. (Quelle: facebook)

Der Neon­azi Mario Müller spielt Gitarre und singt in der Cover­band “Unver­wund­bar”. (Quelle: face­book)


Dabei han­delt es sich um den 51-jähri­gen Mario Müller. Der Inhab­er des Tat­too-Stu­dios „Ink under the Skin“ und Mit­glied der Kam­er­ad­schaft Kom­man­do Wer­wolf (KSKW) ist in der Ver­gan­gen­heit schon des öfteren durch neon­azis­tis­che Äußerun­gen bzw. Sym­pa­thien für den Nation­al­sozial­is­mus aufge­fall­en. Mehr als ein­mal berichteten wir über ihn. Inzwis­chen hat er aber sein Face­book-Pro­fil etwas aufgeräumt. Neben zahlre­ichen Bilder von Tätowierun­gen find­en sich kaum noch ein­deutig extrem rechte Äußerun­gen. Den­noch heißt dies keineswegs, dass Mario Müller sich von neon­azis­tis­chen Gedankengut ent­fer­nt hat. Er scheint nur etwas vor­sichtiger gewor­den zu sein.
Neben sein­er Tätigkeit als Tätowier­er begeis­tert er sich zudem für Musik. Daher ist es nicht ver­wun­der­lich, dass er Anfang diesen Jahres eine eigene Band namens „Unver­wund­bar“ grün­dete. Anders als bei sein­er Gesin­nung und dem Namen zu erwarten, han­delt es sich dabei aber nicht um eine plumpe Recht­srock-Band, son­dern um eine Cover­band des deutschen Schlager­sängers Matthias Reim. Als Lead­sänger und Gitar­rist ver­sucht sich Mario Müller in einem schein­bar bürg­er­lich Umfeld als Musik­er etablieren zu wollen. So sind die Auftrittsorte von „Unver­wund­bar“ keine kon­spir­a­tiv­en Konzert­lo­ca­tions, die durch eine Schnitzel­jagd über ver­schieden­ste Check­points zu erre­ichen sind, son­dern nor­male Kneipen mit­ten in der Stadt. Den­noch kön­nen sich hier Neon­azis wohl fühlen, da ihnen sel­ten Zutritt ver­wehrt wird und sie dabei deutsch­er Musik, gespielt von einem Kam­er­aden lauschen kön­nen. Dass der Inhalt der Texte nicht, wie son­st üblich, ihr men­schen­ver­ach­t­en­des Welt­bild wider­spiegelt, ist dabei erst­mal neben­säch­lich.
Die spielen doch nur: Pierre Fischer (mitte) und Mario Müller (mit Scharzer Sonne auf dem Rücken) spielen zusammen Gitarre zwischen deutschen Weltkriegswaffen und NS-Devolitäten in Müllers Wohnung. (Quelle: facebook)

Die spie­len doch nur: Pierre Fis­ch­er (mitte) und Mario Müller (mit Scharz­er Sonne auf dem Rück­en) spie­len zusam­men Gitarre zwis­chen deutschen Weltkriegswaf­fen und NS-Devolitäten in Müllers Woh­nung. (Quelle: face­book)


Dass Mario Müller ein überzeugter Neon­azi ist, müsste zumin­d­est sein Band­kol­lege Pierre Fis­ch­er wis­sen. Er spielt nicht nur bei „Unver­wund­bar“ mit, son­dern ist auch des öfteren bei Müller zu Hause zu Gast gewe­sen. Dass ihm dabei seine Gesin­nung in Form von neon­azis­tis­ch­er Klei­dung und Wehrma­chts-Devolitäten nicht aufge­fall­en ist, darf bezweifelt wer­den. Damit ist ist aus­geschlossen, dass Fis­ch­er nicht nur Müllers Welt­bild bil­ligt, son­dern dieses auch mit ihm teilt.

One Reply to “Verwundbarer Musiker und Tättowierer”

  1. Garvin sagt:

    Wurde dieser Artikel mit dem Man­age­ment der Band Unver­wund­bar besprochen und auch der Veröf­fentlichung zuges­timmt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beiträge aus der Region

Schon in der Ein­leitung wird deut­lich: Die AfD fokussiert sich in ihrem Wahl­pro­gramm zur bran­den­bur­gis­chen Land­tagswahl 2019 auf die preußis­che Geschichte und reizt dieses The­ma bis zum Let­zten aus.
Im Land Bran­den­burg gibt es eine Vielzahl an Erin­nerungsstät­ten, Gedenkstät­ten und Frieden­höfen, die an die Befreiung von Ortschaften und Konzen­tra­tions- bzw. Außen­lager erin­nern. Mit dem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung vom NS.
Demon­stra­tion am 18.05. um 15 Uhr ab Frankfurt(Oder) Bahn­hof.
Für ein Ende des Wegschauens, Refugees Wel­come!

Opferperspektive

Termine für Potsdam

NSUwatch Brandenburg

Termine für Berlin

Netzwerk Selbsthilfe

Suche

  • Kategorien


  • Regionen



Inforiot