17. Januar 2020 · Quelle: Initiative „Kein Forum für rechte Kader“

Initiative „Kein Forum für rechte Kader“ startet

Mehr als 20 Organ­i­sa­tio­nen und Ver­anstal­tung­sorte aus der Bre­ite der Pots­damer und Bran­den­burg­er Zivilge­sellschaft set­zen mit der heute veröf­fentlicht­en Erk­lärung „Kein Forum für rechte Kad­er“ ein kon­se­quentes Zeichen gegen Rechts. Die Erstunterzeichner*innen erk­lären, recht­en Kadern keine Bühne und Räume zu bieten und jegliche Zusam­me­nar­beit mit ihnen zu ver­mei­den. Die Ini­tia­tive „Kein Forum für rechte Kad­er“ will über die Nor­mal­isierung von recht­sradikaler Poli­tik aufk­lären und gle­ichzeit­ig die Zivilge­sellschaft dazu aufrufen, recht­sradikale Politiker*innen nicht salon­fähig zu machen. Auf der Web­seite www.keinforum.eu kön­nen Organ­i­sa­tio­nen wie auch Betreiber*innen von Ver­anstal­tungsräu­men die Erk­lärung unterze­ich­nen.

Zusät­zlich zur Veröf­fentlichung der Erk­lärung lädt die Ini­tia­tive am Fre­itag, den 24.01.2020 um 18 Uhr zur Diskus­sionsver­anstal­tung „Wo komm‘ wa denn da hin?! Nor­mal­isierung recht­sradikaler Poli­tik“ ins Pots­dam Muse­um ein. Die Ver­anstal­tung wird unter­stützt von der Lan­deshaupt­stadt Pots­dam, dem AStA der Uni­ver­sität Pots­dam und der Vere­ini­gung der Ver­fol­gten des Naziregimes – Bund der Antifaschistin­nen und Antifaschis­ten Bran­den­burg.

Nor­mal­isierung ist auch in Bran­den­burg ein großes The­ma: “Was die AfD aus­macht, ist ihr ras­sis­tis­ches Welt­bild, auch wenn sie sich selb­st als demokratis­che Partei darstellt. Das ste­ht fest. Wo immer wir die AfD auftreten lassen, helfen wir ihr, ihre Posi­tion als nor­mal darzustellen. Das senkt die Hemm­schwelle, gegen Min­der­heit­en zu het­zen. Gewalt ist die let­zte tragis­che Kon­se­quenz von Nor­mal­isierung. Wenn nun der Pots­damer Unipräsi­dent die AfD Frak­tion zum Neu­jahrsemp­fang ein­lädt, ist das ziem­lich naiv und ver­ant­wor­tungs­los”, erk­lärt Mika Gut­mann von der Ini­tia­tive.

Es gibt, ins­beson­dere nach der let­zten Wahl, viel Unsicher­heit bei den zivilge­sellschaftlichen Akteuren im Umgang mit recht­en Funk­tionären. Wir wollen über die recht­en Strate­gien aufk­lären und Maß­nah­men gegen eine Nor­mal­isierung recht­sradikaler Poli­tik aufzeigen. Unsere Web­seite www.keinforum.eu und zukün­ftige Ver­anstal­tun­gen bieten dazu eine Menge an Infor­ma­tion und Aus­tausch“, führt Mika Gut­mann weit­er aus.

Die unter­schiedlichen Erstunterzeichner*innen der Erk­lärung „Kein Forum für rechte Kad­er“ zeigen die Vielfalt der Zivilge­sellschaft auf und beziehen gle­ichzeit­ig eine klare Hal­tung für Offen­heit und für eine deut­liche Abgren­zung nach Rechts.

Das Pres­by­teri­um (Gemein­deleitung) der Franzö­sisch-Reformierten Gemeinde Pots­dam erk­lärt dazu: “Unsere Gemeinde wurde vor 300 Jahren von Flüchtlin­gen gegrün­det. Darum möcht­en wir uns selb­st und andere sen­si­bel und offen hal­ten für Flüchtling­sprob­lematiken und gelun­gene Inte­gra­tion, denn vor Gott sind alle Men­schen gle­ich. Für den All­t­ag heißt das: Respekt vor allen Men­schen, Kom­mu­nika­tion mit Einzel­nen, aber keine Bühne für recht­spop­ulis­tis­che The­sen und Ver­ant­wor­tungsträger.”

Julia Schultheiss vom Stadtju­gen­dring Pots­dam macht auf die Gefahren aufmerk­sam, wenn Kinder und Jugendliche auf rechte Funk­tionäre tre­f­fen: „Wir ver­mit­teln Jugendlichen die gegen­seit­ige Achtung aller Men­schen, egal wo sie herkom­men, welch­es Geschlecht, welche sex­uelle Ori­en­tierung sie haben oder welche religiöse oder poli­tis­che Anschau­ung. Rechtspopulist*innen und Recht­sex­treme ver­mit­teln das nicht, oft ist das Gegen­teil der Fall. Sie in unsere Räume oder auf unsere Ver­anstal­tung einzu­laden, entspräche nicht unser­er Grund­hal­tung.“

Für Tho­ralf Höntze von BLAUWEISSBUNT Babels­berg 03 ist die Beteili­gung an „Kein Forum für rechte Kad­er“ selb­stver­ständlich: „Unseren Sport ver­fol­gen wir mit Hal­tung: Mit der Kam­pagne ‚Nazis raus aus den Sta­di­en‘ haben wir bere­its eine klare Ansage gegen Diskri­m­inierung und rechte Het­ze in den Sta­di­en for­muliert. Denn wir im Sport erleben tagtäglich die Nor­mal­isierung und Ver­harm­lo­sung von Recht­sradikalen beson­ders dort, wo es keinen Wider­spruch gibt.“

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