15. Juni 2020 · Quelle: Antifas aus Strausberg

Gegen den AfD-Stammtisch im Alten Steuerhaus in Strausberg

Im Restaurant "Zum Alten Steuerhaus" findet seit 2017 regelmäßig der Stammtisch der AfD statt. Der Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete mit Hang zum ReichsbürgertumRainer Thiel organsiert den Stammtisch.

Im Restau­rant „Zum Alten Steuer­haus“ in der Hohen­stein­er Chaussee 19, gele­gen zwis­chen Straus­berg und Hohen­stein, find­et seit 2017 regelmäßig der Stammtisch der AfD Straus­berg statt. Monatlich bis zwei­monatlich tre­f­fen sich hier aktive Mit­glieder und Sympathisanten*innen zum Bier­trinken und Ver­net­zen. Das Pub­likum des Stammtis­ches beste­ht wenig über­raschend meist aus 10–15 älteren Män­nern (und ganz weni­gen Frauen), die eher zum Trinken und Pöbeln als zum Zuhören und Disku­tieren aufgelegt zu sein scheinen. Ent­ge­gen der eige­nen Behaup­tun­gen sind Gäste vor allem Partei-Mit­glieder und aktive des Kreisver­ban­des und viel weniger Men­schen mit ver­schiede­nen Anliegen. Ob nun im Alten Steuer­haus oder ander­swo: In Straus­berg ist kein Platz für rechte Het­ze! Wir fordern das Alte Steuer­haus auf, die Zusam­me­nar­beit mit der AfD sofort einzustellen. Keine Stadt, kein Raum, kein Ack­er der AfD!

Im Restau­rant „Zum Alten Steuer­haus“ in der Hohen­stein­er Chaussee 19, gele­gen zwis­chen Straus­berg und Hohen­stein, find­et seit 2017 regelmäßig der Stammtisch der AfD Straus­berg statt. Monatlich bis zwei­monatlich tre­f­fen sich hier aktive Mit­glieder und Sympathisanten*innen zum Bier­trinken und Ver­net­zen. Das Pub­likum des Stammtis­ches beste­ht wenig über­raschend meist aus 10–15 älteren Män­nern (und ganz weni­gen Frauen), die eher zum Trinken und Pöbeln als zum Zuhören und Disku­tieren aufgelegt zu sein scheinen. Ent­ge­gen der eige­nen Behaup­tun­gen sind Gäste vor allem Partei-Mit­glieder und aktive des Kreisver­ban­des und viel weniger Men­schen mit ver­schiede­nen Anliegen. Span­nen­der ist dage­gen der Blick auf die regelmäßig ein­ge­lade­nen Ref­er­entIn­nen.
Im Jahr 2017, im ersten Jahr der regelmäßig in Straus­berg stat­tfind­en­den Stammtis­che, waren die Ref­er­entIn­nen vor allem AfD­lerIn­nen aus dem Land­kreis. So z.B. Lars Gün­ther (der 2015 zusam­men mit Neon­azis aus dem Kam­er­ad­schaftsspek­trum Kundge­bun­gen und Demon­stra­tio­nen anmeldete), die dama­li­gen Land­tagsab­ge­ord­neten der AfD Christi­na Schade und Franz Wiese (der seit Nove­me­ber 2016 die “Merkel muss weg”-Mittwochs-Mahnwachen organ­isiert), Andreas Schuf­fen­hauer (Bun­destagkan­di­dat der AfD MOL zur Bun­destagswahl 2017) und Maria There­sia Patzer (zusam­men mit ihrem Mann Rein­hold Patzer in der AfD in Rehfelde aktiv). Ab 2018, nach dem Einzug der AfD in den Bun­destag und nach den ersten Übun­gen mit der Organ­i­sa­tion der Stammtis­che, trat­en dann vor allem Mit­glieder des Bun­destages als Ref­er­enten bei den Stammtis­chen auf. Am häu­fig­sten referierten Rene Springer (MdB) und Stef­fen Kotré (MdB). Bei­de gehören zu den Recht­saußen der Partei. Rene Springer nahm Jean-Pas­cal Hohm als Mitar­beit­er bei sich auf, nach­dem Hohm selb­st für die Bran­den­burg­er Land­tags­frak­tion zu rechts war und zu viele Kon­tak­te in die recht­sex­treme Szene hat­te. Außer­dem arbeit­et Springer als Ref­er­ent für den AfD-Alt­nazi Gauland. Stef­fen Kotré gehört zu den Unterze­ich­n­ern der Erfurter Res­o­lu­tion, dem Grün­dungs­man­i­fest des völkischen “Flügels”. Aber auch die Junge Alter­na­tive Bran­den­burg (JA) und deren Vor­sitzen­der Den­nis Hohlbach aus Pots­dam waren mehrfach zu Gast. Ähn­lich wie der AfD-Lan­desver­band unter­stützt die JA den extrem recht­en Teil der Partei und hat Kon­tak­te zur Iden­titäten Bewe­gung, ins­beson­dere auch der Vor­sitzende Den­nis Hohloch.

Der Stammtisch wird organ­isiert vom ein­samen Aktiv­posten der Straus­berg­er AfD, Rain­er Thiel. Dabei wirkt der 59-Jährige alles andere als fit und sta­bil. Im Gegen­teil ist Thiel krän­klich, hoch ver­schuldet und eher wirr als ver­siert. Er ist seit min­destens 2017 für die AfD aktiv und ver­sucht seit­dem (bish­er wenig erfol­gre­ich), einen AfD-Ortsver­band Straub­s­berg zu grün­den. Neben seinen Tätigkeit­en für die Face­book-Präsenz des “Ortsver­ban­des Straus­berg in Grün­dung” und den Stammtis­chen ist er vor allem in den ver­schiede­nen Wahlkämpfen in Erschei­n­ung getreten. Zum Bun­destagswahlkampf 2017 sam­melte er bei der Unter­stützung von Andreas Schuf­fen­hauer dabei erste Erfahrun­gen, hing Plakate auf und schrubbte sie fleißig, nach­dem sie unken­ntlich gemacht wur­den. Auf Face­book postete er, den „Schmierfinken“ wolle er mal „zu zweit oder zu dritt in der Nacht auflauern“ (S. Screen­shot).

Vor seinen Anfän­gen bei der AfD war er poli­tisch zwar nicht aktiv, trat jedoch online als Anhänger von Ver­schwörungs­the­o­rien in Erschei­n­ung. An Chem­trails, welche von der Bun­deswehr verteilt und von der Regierung in Auf­trag gegeben wer­den, glaubt Thiel noch heute (S. Screen­shot). Anson­sten war er eher dem Reichs­bürg­er-Milieu zuzuord­nen und forderte in ein­schlägi­gen Foren, das alle ihre Per­son­alausweise abgeben soll­ten (s. Screen­shot). Nun sitzt er für die AfD in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung, im Auf­sicht­srat der Stadtwerke Straus­berg und außer­dem im Kreistag. Über Fotos vom Umfeld sein­er Woh­nung Am Anna­tal 43 in Straus­berg ver­sucht er, (kommunal)politische The­men zu ver­pack­en, allerd­ings fall­en ihm wenig über­raschend keine konkreten Lösungsvorschläge ein. Online fällt er nicht nur durch Posieren vor der schwarz-weiß-roten Reichs­flagge auf. Mehrfach belästigte er auch bei Face­book junge Frauen* mit sex­u­al­isierten Post­ings (s. Screen­shot).
Inten­siv­en Kon­takt hat Thiel zu dem extrem recht­en Teilen des Kreisver­ban­des. So ste­ht er sowohl Lars Gün­ther als auch Falk Janke nahe. In Straus­berg ste­ht er außer­dem mit Mario Krautz in Kon­takt, der nicht nur bis vor kurzem sachkundi­ger Ein­wohn­er der AfD in der SVV war, son­dern auch mit weit­eren „Hooli­gans“ eine Brud­er­schaft grün­dete und den „Wider­stand“ in Straus­berg organ­isiert. Extrem rechte Äußerun­gen und öffentliche Aktio­nen der Brud­er­schaft und von Krautz unter­stützt Thiel.

Der Stammtisch der AfD Straus­berg scheint Thiel eine Herzen­san­gele­gen­heit zu sein, die er trotz offen­bar­er Über­las­tung recht kon­se­quent aufrecht erhält und dafür auch Anerken­nung von den anderen AfD-Mit­gliedern im Kreis bekommt. Dies ist ver­mut­lich der Grund für seine Posi­tion als Frak­tionsvor­sitzen­der der AfD in der Stadtverord­neten­ver­samm­lung Straus­berg und seinen Platz im Kreistag; seine Elo­quenz und poli­tis­che Erfahrung kann jeden­falls nicht der Grund sein.

Das Alte Steuer­haus bietet für den Stammtisch genau die richtige Kulisse. Das biedere Lokal, das mehr oder weniger ein­sam mit­ten im Wald an ein­er Schnell­straße liegt, wirbt mit „gut bürg­er­lich­er Haus­man­nskost seit 1903“ und ver­weist stolz auf seine lange Fam­i­lien­tra­di­tion. Der derzeit­ige Inhab­er Peter Scholz, der ver­mut­lich in der Ein­liegerwohung über dem Lokal wohnt, sowie einige der Mitar­bei­t­erin­nen ste­hen den AfDlern offen­bar recht nahe. Man begrüßt sich mit Hand­schlag, die Lieblings-Bier­sorte ist schon bekan­nt und die Belegschaft hört inter­essiert die ras­sis­tis­chen Vorträge der ein­ge­lade­nen Ref­er­entIn­nen. Man kann also davon aus­ge­hen, dass Peter Scholz der AfD sein Lokal nicht (nur) aus finanziellen Grün­den oder gar aus Unwis­senheit zur Ver­fü­gung stellt. Er weiß genau, wer da seine Räume nutzt und er scheint das bewusst zu unter­stützen. Nach­fra­gen und Hin­weise bekam Peter Scholz zur Genüge, er hat sich jedoch entsch­ieden, sie zu ignori­eren und die AfD weit­er­hin zu unter­stützen.

Ob nun im Alten Steuer­haus oder ander­swo: In Straus­berg ist kein Platz für rechte Het­ze! Wir fordern das Alte Steuer­haus auf, die Zusam­me­nar­beit mit der AfD sofort einzustellen. Keine Stadt, kein Raum, kein Ack­er der AfD!

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