22. Mai 2022 · Quelle: Antifa Strausberg

Nazis stören Gedenken in Fredersdorf

Am 30.04.2022 organ­isierte die Gedenk­ini­tia­tive Phan Văn Toàn eine Kundge­bung mit anschließen­der Podi­ums­diskus­sion in Fred­er­s­dorf. Phan Văn Toàn geri­et 1997 in einen Stre­it mit mehreren Män­nern; Er ver­starb am 30.04.1997 im Kranken­haus an seinen schw­eren Verletzungen. 
Zu der Ver­anstal­tung waren 50 Men­schen aus Bran­den­burg und Berlin zusam­mengekom­men. Doch lei­der ver­lief das Gedenken nicht ungestört: Bere­its bei der Kundge­bung am S‑Bahnhof filmte Larsen Aslan vom Berlin­er III. Weg die Teil­nehmenden mit seinem Handy ab. Kurz darauf stießen Mal­wig Stel­ter (eben­falls III. Weg/ Divi­sion MOL) und ein weit­er­er Neon­azi dazu. Die drei blieben während der gesamten Zeit in der Nähe der Kundge­bung und taucht­en auch später wieder auf, als die Teil­nehmenden zur Podi­ums­diskus­sion gin­gen. Hier trat vor allem Larsen Aslan extrem agres­siv auf, belei­digte mehrere Teil­nehmende und griff sie an. 
Nach der Ver­anstal­tung wur­den Mal­wig Stel­ter und Thore Ondr­usch (eben­falls III. Weg/ Divi­sion MOL) dabei beobachtet, wie sie den ein­gerichteten Gedenko­rt für Phan Văn Toàn am Bahn­hof Fred­er­s­dorf zerstörten. 
Für die Neon­azi-Clique Divi­sion MOL ist das Gedenken an Phan Văn Toàn ein Reizthe­ma: 2021 war das Zer­stören des Gedenko­rtes eine ihrer ersten öffentlichen Aktio­nen. In der Zwis­chen­zeit haben sie eine besorgnis­er­re­gende Entwick­lung gemacht. 
Während Franz Schrandt mit­tler­weile nach Berlin-Köpenick gezo­gen ist und sich dort in Rich­tung NPD ori­en­tiert, sind ins­beson­dere Thore Ondr­usch und Mal­wig Stel­ter organ­isatorisch beim III. Weg Berlin angekom­men. Dass mit Larsen Aslan ein Berlin­er III. Weg-Aktivist sie beim Stören ein­er Gedenkkundge­bung unter­stützt, ist nur ein weit­er­er Beleg dafür. Der vierte bekan­nte Neon­azi der Divi­sion MOL aus der Region, Lion Zan­der, tritt eher als Schul­hof-Nazi in Erschei­n­ung, der mit ein­er Clique an der Lenné-Ober­schule in Hoppe­garten Mitschüler*innen schikaniert und auch ziem­lich gewalt­tätig ist.
Mal­wig Stel­ter dage­gen nimmt offen­bar jede extrem rechte Aktion mit. Er war nicht nur am 30.04. in Fred­er­s­dorf unter­wegs, son­dern fuhr am näch­sten Tag auch zum Auf­marsch des III. Weges nach Zwick­au. Er fuhr zusam­men mit dem Berlin­er Stützpunkt des III. Weges. Neben Mal­wig Stel­ter fuhren auch Franz Richard Schrandt und Erik Storch, welche auch zur Divi­sion MOL gezählt wer­den, mit nach Zwick­au. Auf ihrer Anreise waren die Berlin­er und Bran­den­burg­er Neon­azis maßge­blich an dem Angriff auf Antifaschist*innen auf dem Haupt­bahn­hof in Chem­nitz beteiligt. Bilder zeigen, dass Franz Schrandt und Erik Storch mit in dem Mob waren. Da sie in Zwick­au zusam­men mit Mal­wig Stel­ter anka­men, ist davon auszuge­hen, dass auch er bei dem angreifend­en Neon­azi-Mob dabei war. 

Mal­wig Stel­ter und Erik Storch beim Auf­marsch des III. Wegs in Zwickau

Mal­wig Stel­ter, Erik Storch und Franz Schrandt kom­men zusam­men mit den Berlin­ern in Zwick­au an, Quelle: Press­eser­vice Rathenow

Die Divi­sion MOL ist keine organ­isierte Gruppe, son­dern ein Neon­azi-Fre­un­deskreis, dessen Mit­glieder sich in Rich­tung unter­schiedlich­er Struk­turen ori­en­tiert haben. Der Ost­ber­lin­er Speck­gür­tel ist damit zu einem Nach­wuchs­beck­en für die Berlin­er Neon­azi-Szene gewor­den. Ins­beson­dere der III. Weg kann davon prof­i­tieren, seine AkteurIn­nen treten sehr selb­st­be­wusst auf und scheinen sich im Aufwind zu sehen. Es bleibt zu beobacht­en, ob noch mehr Jugendliche aus dem Berlin­er Umland ihren Weg dahin finden. 

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