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Antifaschismus

Kein Heimspiel für Nazis

Seit zwei Jahren betreiben Neon­azis in Forst einen pri­vat­en „Jugendtr­e­ff“, den sie sel­ber „Fir­ma 18“ nen­nen. Die abgeschot­tete Baracke in der Wald­straße dient als Rück­zugsraum und rechter Ver­anstal­tung­sort. Die direk­te Nach­barschaft zum Fußballplatz des SV Lausitz bietet die Möglichkeit sich immer wieder neuen Nach­wuchs her­anzuziehen und unter dem Deck­man­tel der Fankul­tur die Wut über die sozialen Ver­hält­nisse auf Men­schen mit ander­er Nation­al­ität, Haut­farbe, Geschlecht oder Reli­gion zu über­tra­gen. Rechte Pöbeleien und Gewalt­tat­en bei Fußball­spie­len wur­den in der Ver­gan­gen­heit immer wieder herun­terge­spielt und Kri­tik von außen abge­blockt, dadurch ist eine Schutz­zone für Neon­azis ent­standen, die jet­zt ver­suchen ihren Ein­fluss auf die ganze Stadt auszubreiten.

 

Viele in Forst haben sich in der Ver­gan­gen­heit auf dem Ruf aus­geruht, die „linke Hochburg“ in der Region zu sein, doch auch hier existiert ein sat­ter Nährbo­den für neon­azis­tis­che Ide­olo­gie. Im Ver­botsver­fahren gegen das Neon­azi-Net­zw­erk „Spreelichter“ kam es auch bei einem Mit­glied der „Fir­ma 18“ zu ein­er Haus­durch­suchung. Ras­sis­mus, Anti­semitismus, Sozialchau­vin­is­mus etc. sind jedoch nicht nur das Prob­lem einiger ver­meintlich „extremer“ Per­so­n­en am Rand, die Ver­strick­ung der Geheim­di­en­ste mit dem NSU und Sar­razins „The­sen“ zeigen wie tief dieses Gedankengut in der Gesellschaft ver­ankert ist.

 

Lip­pen­beken­nt­nisse eine „bunte Stadt“ zu sein, alte Geschicht­en vom „Roten Forst“ und auch die „alter­na­tive“ Forster Sub­kul­tur ver­hin­dern nicht, dass sich Neon­azis wieder bre­it machen und zunehmend Angsträume für Men­schen entste­hen, die nicht ins rechte Welt­bild passen. Es ist an der Zeit Wider­stand zu leis­ten und dem eige­nen Ruf gerecht zu werden.

 

Ein Zusam­men­schluss ver­schieden­er Grup­pen und Einzelper­so­n­en ruft deshalb am 6. Okto­ber 2012 zu ein­er antifaschis­tis­chen Demon­stra­tion in Forst auf. Die Nazi-Baracke „Fir­ma 18“ muss dicht gemacht wer­den! Kein Heim­spiel für Nazis – in Forst und überall!

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(Anti-)Rassismus Antifaschismus

FCV-Hooligans greifen Hoffest des Utopia e.V. an

In der Nacht vom Sam­stag, den 01.09., auf Son­ntag den 02.09., grif­f­en 5–6 Neon­azis das Hoffest des Utopia e.V.1 in der Berlin­er Straße 24 in Frank­furt (Oder) an. Die Angreifer wer­den teil­weise der Anhänger­schaft der recht­en FCV-Hooli­gans zuge­ord­net. Grund genug, mal wieder einen genaueren Blick auf die jüng­sten Entwick­lun­gen der organ­isierten Naziszene in Frank­furt (Oder) und Umge­bung zu werfen.

Nach­dem es monate­lang ruhig um die rechte Anhänger­schaft des 1.FC Frank­furt Eintracht/Viktoria[2] gewor­den war, ver­sucht­en sie nun am ersten Sep­tem­ber-Woch­enende gezielt Gäste des jährlich stat­tfind­en­den Hoffestes des linksalter­na­tiv­en Vere­ins Utopia e.V. anzu­greifen. Gegen 3 Uhr nachts erschienen 5–6 schwarz gek­lei­dete und ver­mummte Per­so­n­en vor dem Hin­ter­hof der Berlin­er Straße 24. Sie riefen rechte Parolen und war­fen mehrere Flaschen in die Rich­tung der Konzertbesucher*innen. Ver­let­zt wurde nie­mand. Von Erfolg gekrönt war die Aktion der Neon­azis sicher­lich nicht. Denn wie die Polizei berichtete3, wur­den kurze Zeit später fünf Män­ner im Alter von 16 – 30 Jahren in der Nähe des Tatortes aufge­grif­f­en, die als die Angreifer gel­ten. Gegen sie wird jet­zt wegen des Ver­dachts der ver­sucht­en gefährlichen Kör­per­ver­let­zung ermittelt.

Seit 2009 war nur noch wenig von den recht­en Umtrieben der Hooli­gans zu hören. Einige standen mit einem Bein im Knast und andere hat­ten auf­grund ihrer recht­en Aktiv­itäten Prob­leme mit ihrem Arbeit­ge­ber. Auch die Berichter­stat­tung der Recherchegruppe hat­te eine großen Anteil daran. Eine aus­führliche Doku­men­ta­tion der ver­gan­genen Aktiv­itäten der FCV-Hooli­gans kann den bere­its erschienen recherche out­puts4 ent­nom­men werden.

Doch Ende ver­gan­genen Jahres macht­en die FCV-Hools wieder von sich reden. Am 11. Novem­ber, beim Pokalspiel zwis­chen dem SV Babels­berg 03 und dem FC Vik­to­ria Frank­furt, riefen sie mehrfach anti­semi­tis­che und antizigan­is­tis­che Parolen5 in Rich­tung der als antifaschis­tisch gel­tenden Gäste­fans. Mit dabei waren auch angereiste Neon­azis aus Cot­tbus und Berlin, die der Anhänger­schaft von FC Energie und dem 1. FC Union zuzurech­nen sind. Knapp einen Monat später, am 27. Dezem­ber, grif­f­en sie die mit­gereiste Anhänger­schaft und die Mannschaft von Ten­nis Borus­sia Berlin bei einem Hal­len­turnier in Frank­furt (Oder) mit Flaschen und Steinen an6. Das (nicht-)Verhalten der Polizei und des örtlichen Sicher­heits­di­en­stes markierte den zweit­en Skan­dal an diesem Tag.

Weit­er­hin wer­den Kon­tak­te zu befre­un­de­ten, recht­en Fan­grup­pierun­gen ander­er Mannschaften gepflegt. Zum einen steigt die Präsenz der recht­en Hooli­gan­grup­pierung „Crimark“. Diese ste­ht dem 1.FC Union Berlin nahe und macht keinen Hehl aus ihrer neon­azis­tis­chen Gesin­nung7. „Crimark“ fungiert zudem als Sam­mel­beck­en recht­sof­fen­er Hooli­gans in Bran­den­burg. Desweit­eren gibt es schon lange gute Kon­tak­te zwis­chen Frank­furter und Cot­tbuser Hooli­gans. Die seit 1999 existierende Ultra-Grup­pierung „Infer­no Cot­tbus“ ste­ht eben­so für ihre neon­azis­tis­che Gesin­nung in der Öffentlichkeit. Ende Juli organ­isierten sie ein „Som­mer­turnier“, an dem auch ca. 15 FCV-Hools teil­nah­men. Die Lausitzer Rund­schau berichtete erst vor kurzem über die recht­en Umtriebe der Cot­tbusser Hooli­gan-Grup­pierung.8

Und was machen eigentlich die „Autonomen Nation­al­is­ten“? Am 1. Sep­tem­ber protestierten Neon­azis in Velten/Oberhavel gegen das Ver­bot eines von JN’lern organ­isierten Fuss­ball­turniers.9 Mit dabei waren auch zwei Anhänger der „AN-OS“, jedoch nicht aus dem Raum Frank­furt (Oder) – Eisen­hüt­ten­stadt, son­dern es han­delte sich dabei um Tim Wendt und einen weit­eren Neon­azi aus dem Raum Erkner/Schöneiche. Am let­zten Woch­enende ver­suchte die NPD erfol­g­los gegen den Euro zu demon­stri­eren.10 Waren son­st Anhänger*innen der „AN-OS“ bei nahezu jed­er NPD-Demon­stra­tio­nen in ganz Bran­den­burg präsent, blieben sie der Lan­deshaupt­stadt kom­plett fern. Lediglich vier nicht als „AN´s“ organ­isierte Frank­furter Neon­azis, u. a. Mario Schreiber und Eric Hempel kamen. Was ist los mit den son­st so reise­freudi­gen „AN´s“? Der Eisen­hüt­ten­städter Michael Meißn­er, der im März diesen Jahres seinen Ausstieg11 ver­laut­baren ließ, musste sich mit­tler­weile zwei Mal wegen ver­schieden­er Delik­te vor Gericht ver­ant­worten. Weil er im März 2011 bei ein­er NPD-Demon­stra­tion in Teterow ein Kam­er­ateam des NDR angriff, wurde er ein Jahr später zu ein­er Geld­strafe von 450 € verurteilt12. Des weit­eren musste der gel­ernte Met­all­bauer sich Mitte Juni diesen Jahres wegen dem Sprühen von „AN-OS“-Parolen ver­ant­worten. Dies­mal wurde er zu drei Monat­en Bewährung verurteilt. In bei­den Ver­hand­lun­gen beteuerte er, aus der Gruppe aus­gestiegen zu sein und erhoffte sich so ein milderes Straf­maß. Einen weit­eren „Ausstiegs­grund“ offen­barte er bei der Anhörung im Juli. Auf Druck sein­er Fre­undin hab er sich von seinen Eisen­hüt­ten­städter Kam­er­aden Mar­tin Schlechte, Dan­ny Zink, Jef­frey Win­dolf und Ramon Wellem­sen ver­ab­schiedet. Der eigentliche Aus­lös­er für seinen Rückzieher lässt sich jedoch wahrschein­lich­er darauf zurück­führen, dass Meißn­er seine Arbeit als Gerüst­bauer bei ein­er Tochter­fir­ma von Arcelor­Mit­tal, dem größten Arbeit­ge­ber der Region, ver­lor. Die Recherchegruppe machte Meißner’s Arbeit­ge­ber auf seine recht­en Umtriebe aufmerk­sam und dieser zog dann die Kon­se­quen­zen aus den außer­be­trieblichen Aktiv­itäten seines Mitarbeiters.

 

Zwar sind mit dem Ausstieg der Führungs­fig­ur Michael Meißn­er auch Sprühereien und Stick­er der „AN-OS“ aus dem Stadt­bild von Frank­furt, Eisen­hüt­ten­stadt und Umge­bung ver­schwun­den, doch die Inter­ne­tadresse der Gruppe ist weit­er­hin auf Meißner’s Namen angemeldet, Inhalte aber nicht mehr abruf­bar. Auf Demon­stra­tio­nen ließ sich der Eisen­hüt­ten­städter jedoch nicht mehr blick­en. Allein der Frank­furter Robert Krause tritt noch regelmäßig auf Neon­aziver­anstal­tun­gen in Erschei­n­ung. So nahm der 18-Jährige am 31.03. in Brandenburg/Havel13 und am 02. Juni in Ham­burg an Demon­stra­tio­nen teil und trat am 04. August bei NPD-Infos­tän­den in Eisen­hüt­ten­stadt und Frank­furt (Oder) in Erschei­n­ung14. Mit­tler­weile soll er jedoch über einen Wegzug Rich­tung Witt­stock nach­denken. Dor­thin pflegt er gute Kon­tak­te zu den Nazis der „Freien Kräfte Ost“. Und was macht Marten Erlebach? Er scheint sich von den AN-OS zurück­ge­zo­gen zu haben, da er schon seit Jan­u­ar nicht mehr auf Naziver­anstal­tun­gen in Erschei­n­ung getreten ist. Ein Blick auf sein Face­book-Pro­fil ver­mit­telt eher den Ein­druck, er hätte wieder zu sein­er recht­en Hooli­gan Lebenswelt zurück­ge­fun­den. So favorisiert er unter anderem den „FC Vor­wärts Frank­furt (Oder)“, „Infer­no Cot­tbus 99“ sowie ein­schlägige Ultra-Mag­a­zine und Bekleidungsmarken.

Es bleibt abzuwarten, ob wirk­lich eine Reor­gan­isierung der Frank­furter Nazi- bzw. Hooli­gan­szene bevorste­ht. Auf­schluss darüber kön­nte eine mögliche Teil­nahme lokaler Nazis an der geplanten NPD-Demon­stra­tion am 10. Novem­ber in Frank­furt (Oder) geben. Das lokale Bünd­nis „Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)“ kündigte bere­its an, den Auf­marsch zu block­ieren.15

 

1 https://inforiot.de/artikel/utopia-ev-begeht-14-geburtstag
2 Der Frank­furter FC Vik­to­ria, Heimat der recht­en FCV-Hooli­gans, fusion­ierte im Juli diesen Jahres mit dem MSV Ein­tra­cht Frank­furt und heißt nun 1.FC Frank­furt Eintracht/Viktoria
3 http://www.internetwache.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=11189756
4 http://recherchegruppe.wordpress.com/recherche-output/
5 http://recherchegruppe.wordpress.com/2011/11/18/es-hat-sich-nichts-geandert-landespokalspiel-sv-babelsberg-03-vs-ffc-viktoria/
6 http://www.lila-kanal.de/journal/?p=2785
7 http://arpu.blogsport.eu/2012/05/30/gewaltromantik-trifft-auf-neonazidenken-crimark-neonazi-hools-in-rot-weis/#more-380
8 http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Verantwortung-bis-zum-Stadionzaun;art1065,3922390
9 http://antifagruppeoranienburg.blogsport.de/2012/09/02/ofenstadt-velten-wehrt-sich-gegen-neonazis
10 https://inforiot.de/artikel/kleeblatt-gerupft
11 http://recherchegruppe.wordpress.com/2012/03/09/an-os-nun-ohne-michael-meisner/
12 http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=7046:angriff&Itemid=410&tmpl=component&print=1
13 http://afn.blogsport.de/2012/04/12/brandenburg-an-der-havel-und-der-npd-aufmarsch‑2/
14 http://recherchegruppe.wordpress.com/2012/08/05/npd-oderland-hetzt-weiter-gegen-polen-infotour-in-frankfurt-oder-massiv-gestort/
15 http://kein-ort-fuer-nazis.de/de/node/93

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Antifaschismus

Kleeblatt gerupft

INFORIOT Am Sam­stag (15. Sep­tem­ber) wollte die NPD in Pots­dam auf­marschieren. Mobil­isiert hat­te der Kreisver­band Hav­el-Nuthe. Die Demon­stra­tion unter dem Mot­to “Wir arbeit­en — Brüs­sel kassiert. Raus aus dem Euro” sollte den Höhep­unkt der “Aktion Klee­blatt”, einem bish­er mit mäßigem Erfolg ver­laufend­en Demon­stra­tions­marathons der märkischen Neon­azi­partei, bilden.

Nur rund 80 NPD-Anhänger, davon etwa die Hälfte aus Berlin, ver­sam­melten sich am Pots­damer Haupt­bahn­hof. Damit blieb die Partei weit hin­ter den eige­nen Ankündi­gun­gen zurück. 200 Teil­nehmer waren bei der Ver­samm­lungs­be­hörde angemeldet gewesen.

Wie bere­its in Frank­furt (Oder) gelang es den Neon­azis nicht, die angekündigte Route durchzuset­zen. Die Demon­stra­tion kon­nte den Start­punkt nicht ein­mal ver­lassen, nicht einen einzi­gen Meter kon­nten die Recht­en laufen. Mehrere tausend Men­schen block­ierten die möglichen Auf­marschrouten ent­lang der Lan­gen Brücke, in der Friedrich-Engels-Straße und in der Heinrich-Mann-Allee.

Zu den Block­aden hat­ten das antifaschis­tis­che Bünd­nis “They shall not pass” und der städtis­che Zusam­men­schluss “Pots­dam naz­ifrei” aufgerufen. Der SV Babels­berg 03 und die Aktion­s­ge­mein­schaft Babels­berg riefen zu ein­er weit­eren Demon­stra­tion auf, die in Babels­berg startete und die Block­aden in der Innen­stadt ver­stärk­te. Bere­its am Vor­abend hat­ten 150 Antifaschist_innen gegen den Nazi­auf­marsch in Pots­dam protestiert.

“Nürn­berg 2.0”

Während die Neon­azis verge­blich auf den Start ihrer Demon­stra­tion warteten, hiel­ten die NPD-Funk­tionäre Udo Voigt und Seb­s­t­ian Schmidtke Reden. Bei­de beklagten sich über die andauern­den Ver­bots- und Gerichtsver­fahren mit der die rechte Szene momen­tan in Deutsch­land kon­fron­tiert ist.

Schmidtke beze­ich­nete die aktuelle EU-Finanzpoli­tik als einen “Wirtschaft­skrieg gegen die Deutschen” und zog einen Ver­gle­ich mit dem Ver­trag von Ver­saille. Der Berlin­er NPD-Chef dro­hte, dass dem Kampf gegen den Neon­azis­mus eine Abrech­nung der Recht­sradikalen mit der Gesellschaft fol­gen werde — so krude der Ver­gle­ich auch sein mag — ein “Nürn­berg 2.0”.

“Wir haben es fast durchgestanden”

Der NPD bot sich am Sam­stag kaum Gele­gen­heit, Stim­mung unter ihren angereis­ten Anhänger_innen zu machen. Eine Bühne für die Neon­azi­partei bot der Pots­damer Bahn­hofsvor­platz kaum. Obwohl die Blockierer_innen mehrmals durch die Polizei zum Ver­lassen der Lan­gen Brücke aufge­fordert wur­den, wur­den die Ver­samm­lun­gen nicht ange­grif­f­en und geräumt. NPDler Ron­ny Zasowk fasste es präg­nant zusam­men, als er kurz vor Ende der NPD-Ver­anstal­tung verkün­dete: “Wir haben es fast durchgestanden.”

Auch in der vierten Auflage der bish­er glück­losen “Aktion Klee­blatt”, gelang es der NPD nicht, ihre neon­azis­tis­che Pro­pa­gan­da auf Bran­den­burgs Straßen zu tra­gen. Die Partei kündigte erneut an, ihre Demon­stra­tionsof­fen­sive am 10. Novem­ber in Frank­furt (Oder) abschließen zu wollen.

Nach­dem sie  bere­its am 24. März diesen Jahres an Block­aden in der Oder­stadt scheit­erten, ruft das bre­ite antifaschis­tis­che Bünd­nis “Kein Ort für Nazis in Frank­furt (Oder)” dazu auf, den geplanten Neon­azi­auf­marsch erneut zu stop­pen und die Demon­stra­tionsof­fen­sive der NPD endgültig zum Desaster zu machen.

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Nazikonzert am 15.09.2012 im Barnim

Für den kom­menden Sam­stagabend, den 15. Sep­tem­ber, kündigt Robert Geb­hardt, ehe­ma­liger Kad­er der Kam­er­ad­schaft Märkisch Oder Barn­im (KMOB) und möcht­gern Führer des KMOB-Nach­fol­gers Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg, einen Lieder­abend an. Tre­ff­punkt sei der Bahn­hof Eber­swalde (Barn­im).

 

Nieder­gang…

Auf Face­book kündigt Geb­hardt einen Lieder­abend unter dem Mot­to „Nieder­gang und Wieder­aufer­ste­hung“ an. Es soll der sech­ste dieser Art sein und gle­ichzeit­ig als Jahres­feier gel­ten, schreibt er selb­st. Um welchen Jahrestag es sich dabei han­delt, bleibt unklar. Seine Grup­pierung „Kam­er­ad­schaft Märkisch Oder Barn­im“ löste sich 2010 nach drei Jahren aus Angst vor einem staatlichen Ver­bot auf. Der Nach­fol­ger “Fre­un­deskreis Nord­bran­den­burg” scheint eben­so wie die KMOB von organ­isatorisch­er Schwäche und dem selb­stver­schulde­ten Nieder­gang gekennze­ich­net zu sein. Auch die Unter­stützung der NPD bei ein­er Demon­stra­tion im März diesen Jahres in Frank­furt Oder, kon­nte darüber nicht hin­weg helfen. Der Auf­marsch scheit­erte am bre­it­en antifaschis­tis­chen Gegen­protest. Seit dieser Nieder­lage wurde nicht ein­mal mehr die Inter­net­seite des “Fre­un­deskreis” aktu­al­isiert. Geb­hardt scheint ein­fach kein Glück mit seinen Demon­stra­tio­nen zu haben — sowohl in Frank­furt Oder als auch anderen Städten wur­den seine Aufmärsche ver­hin­dert. Im Jahr 2010 kon­nte eine ganze Auf­marschserie der KMOB be- und ver­hin­dert werden.

 

Ver­anstal­tung­sort as usual?

Ein Ver­anstal­tung­sort wird für die Feier nicht angegeben. Stattdessen wird ein Vor­ab­tr­e­ff­punkt um 19 Uhr am Bahn­hof Eber­swalde angekündigt. Aus der Ver­gan­gen­heit ist zu ver­muten, dass es sich beim Ver­anstal­tung­sort um das Gelände des ehe­ma­li­gen DVU Vor­stand Klaus Mann aus Finow­furt (Schorfhei­de) han­delt. Sein Gelände liegt etwa 20 km vom Eber­swalder Bahn­hof ent­fer­nt, und ist seit vie­len Jahr Anlauf­punkt für die Recht­srock­szene der Region. Geb­hardt ken­nt das Gelände, so half er doch bere­its beim NPD Som­mer­fest bei der Organ­i­sa­tion aus und kar­rte Musik­er vom Bahn­hof Eber­swalde zum Gelände in Finow­furt. Feste wie das DVU- bzw. später NPD- Som­mer­fest find­en dort jährlich statt. Auch der soge­nan­nte „Preußen­tag“ der Bran­den­burg­er NPD, in diesem Jahr am 06. Okto­ber, ist ein fes­ter Event auf dem Gelände der Fam­i­lie Mann. Die Geheimniskrämerei im Vor­feld der „Großevents“ wirkt über­zo­gen, ver­fügt doch die Szene um kaum weit­ere Möglichkeit­en Ver­anstal­tun­gen durchzuführen.

 

Vorher Nazi­auf­marsch in Potsdam 

Ab Sam­stag­mit­tag will die NPD in Pots­dam demon­stri­eren. Ob sich Aktivis­ten aus dem Nor­dosten dort zeigen wer­den, bleibt abzuwarten. Und auch umgekehrt, wer­den wohl wenige Kam­er­aden der NPD den Weg zu Geb­hardt find­en. War und ist die Zusam­me­nar­beit zwis­chen Partei und Freien Kräften zwar stark durch Prag­ma­tismus geprägt, so haben doch viele Aktivis­ten der NPD keine hohe Mei­n­ung von Geb­hardt — zu sehr belächel­ten sie seinen Über­mut im Jahr 2010.

 

Da über­licher­weise aus dem Ort Finow­furt kein Gegen­protest, abge­se­hen von einem Schild an der Auto­bah­nauf­fahrt, zu erwarten ist, wird die Feier ohne Störung ver­laufen kön­nen. Es sei denn die Kamerad_innen benehmen sich daneben und die Polizei schre­it­et ein. Das ist eben die Zivilge­sellschaft im Barnim.

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Für unsern Kiez: Babelsberg bleibt nazifrei

Pots­dam — Ein bre­ites Bünd­nis der Pots­damerin­nen und Pots­damer wird am Sonnabend gegen den geplanten NPD-Auf­marsch protestieren. Babels­berg 03 und die Aktion­s­ge­mein­schaft der Babels­berg­er Gewer­be­treiben­den beteili­gen sich mit ein­er Demon­stra­tion durch unseren Kiez an den Protestver­anstal­tun­gen gegen die NPD. Wir wollen mit unser­er Demon­stra­tion ver­hin­dern, dass die NPD und ihre neo­faschis­tis­chen Gesin­nungsgenossen ihr men­schen­ver­ach­t­en­des Gedankengut in unserem Stadt­teil ver­bre­it­en kön­nen. Weit­er­hin wollen wir zeigen, dass in Pots­dam, Babels­berg und aller Welt kein Platz für die plat­ten, nation­al­is­tis­chen Parolen der NPD ist, die let­ztlich darauf abzie­len, ras­sis­tis­che, anti­semi­tis­che oder islam­feindliche Vorurteile zu bedi­enen und Min­der­heit­en auszugrenzen.

Tre­ff­punkt zum Umzug in Babels­berg ist ab 10.30 Uhr in der Rudolf-Bre­itscheid-Straße zwis­chen Alt Nowawes und Glas­meis­ter­straße. Babels­berg 03 und die AG Babels­berg wün­schen einen friedlichen, fröh­lichen und kreativ­en Demon­stra­tionszug. Das Polizeiprä­sid­i­um hat den Aufzug unter dem Mot­to “Babels­berg bleibt naz­ifrei” genehmigt.

Infor­ma­tio­nen zu den Ver­anstal­tun­gen gegen den NPD-Auf­marsch in Pots­dam gibt es unter: https://inforiot.de/artikel/alle-wichtigen-infos-zum-15-september-potsdam

Da sich der Zeit­punkt für das Tre­f­fen der NPD um eine Stunde nach vorne ver­schoben hat, bit­ten wir alle Teilnehmer_innen unser­er Demo pünk­tlich oder wenn möglich etwas früher zu erscheinen! Start ist am Sonnabend, 15.09.2012, um 10.30 Uhr auf der Grün­fläche in der Rudolf-Bre­itscheid-Straße / Ecke Glasmeisterstraße. 

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Alle wichtigen Infos zum 15. September in Potsdam

Vor­abend­de­mo am 14. September 

Haupt­bahn­hof Pots­dam Nord­seite (Kau­fland Park­platz)
Auf­tak­tkundge­bung ab 18 Uhr | Start 19 Uhr

Wir rufen hier­mit alle Antifaschist_innen auf, an der Vor­abend­de­mo am Fre­itag, den 14. Sep­tem­ber teilzunehmen. Einen Tag vor dem Nazi­auf­marsch wollen wir die Gele­gen­heit nutzen, eigene Inhalte zu vermitteln.

EA-Num­mer
0331 95 10 714 und 01573 622 12 52

Anreise­tr­e­ff­punk­te 14. Sep­tem­ber
S‑Bahn S7 nach Pots­dam | 17.44 Uhr Ost­bahn­hof Gleis 10 | 17.52 Uhr Bahn­hof Friedrich­straße | 18.01 Uhr Bahn­hof Zool­o­gis­ch­er Garten | Ankun­ft 18.35 Uhr in Potsdam

 

Neon­azide­mo ver­hin­dern am 15. September

Anreiseempfehlung für nicht-Pots­damer_in­nen ist die Gegenkundge­bung des Bünd­niss­es (Karte: I7), bitte um 10 Uhr vor Ort sein! Wir leis­ten zivilen Unge­hor­sam gegen den Nazi­auf­marsch. Von uns geht dabei keine Eskala­tion aus. Wir sind sol­i­darisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Nazi­auf­marsch zu verhindern.

Anreise­tr­e­ff­punk­te 15. September

S‑Bahn S7 nach Pots­dam | 9.24 Uhr Ost­bahn­hof Gleis 10 | 9.32 Uhr Bahn­hof Friedrich­straße | 9.41 Uhr Bahn­hof Zool­o­gis­ch­er Garten | Ankun­ft 10.15 Uhr in Potsdam

EA-Num­mer
0331 95 10 714 und 01573 622 12 52

Infotele­fon
01577 30 90 239

Tick­er
demoticker.org

Als Rück­zug­sort für Ver­let­zte und Betrof­fene von Repres­sion und Gewalt ste­ht den ganzen Tag über das Gelände des “Frei­land” zur Ver­fü­gung. Dort gibt es auch Getränke so wie VoKü, und Sanitäter_innen.

Gebt Acht aufeinan­der! Wichtig zur Bewäl­ti­gung von emo­tionalem Stress ist ein unter­stützen­des Umfeld.

Infor­ma­tio­nen zum Ver­hal­ten auf Demon­stra­tio­nen
Tipps im Umgang mit Repres­sion­sor­ga­nen
Zum Umgang mit trau­ma­tisieren­den Fol­gen von Polizeigewalt

 

“They shall not pass”-Afterdemo-Party im Spartacus

Unsere Freund_innen vom Spar­ta­cus haben am 15. Sep­tem­ber eine Par­ty organ­isiert. Nach hof­fentlich erfol­gre­ich­er Ver­hin­derung der Neon­azide­mo ist ab 19:00 Uhr der Spar­ta­cus für euch geöffnet. Es gibt VoKü und Musik.

Es wird ordentlich PunkRock auf die Ohren und später dann vom schön­sten 70er Soul­sound bis zum grot­tig­sten 80/90er Trash auf die Hüften geben.

Gehack­tes (crust NB)
Ver­wahlost (d‑punk NB)
Pub­lic Agony (hard­core NB)

Djanes

Usche Kus­zlovs­ki
Kalli Krawal­li

Spar­ta­cus Friedrich Engelsstr. 22 14473 Pots­dam alle weit­eren Infos zum Spar­ta­cus unter freiland-potsdam.de

 

+++ Für aktuelle Infor­ma­tio­nen http://theyshallnotpass.blogsport.eu +++

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Radikal, dezentral, phänomenal – Neonaziaufmarsch verhindern!

Pots­dam — Am 15.09.2012 wird ein Auf­marsch der NPD in Pots­dam stat­tfind­en. Dies ist der erste offizielle Neon­azi­auf­marsch in Pots­dam seit nun mehr sieben Jahren.

Dies heißt aber keines­falls, dass die Pots­damer Neon­aziszene in dieser Zeit nicht aktiv war. Im Gegen­teil. Schon seit Beginn des Jahres 2010 warn­ten antifaschis­tis­che Grup­pen vor einem Wieder­erstarken der Szene, welch­es mit gewalt­täti­gen Über­grif­f­en ein­her gehe. Die War­nun­gen stießen zwei Jahre lang auf taube Ohren. Erst Ende 2011 nahm auch die Stadt­poli­tik davon Notiz, denn das Bild vom bun­ten, tol­er­an­ten und touris­mus­fre­undlichen Pots­dam war gefährdet.

Ebendiese Herange­hensweise ist in Pots­dam üblich. Die antifaschis­tis­chen Ini­tia­tiv­en und Grup­pen treiben die Stadt­poli­tik vor sich her. Reagiert die Stadt, so wird vergessen von welch­er Seite das Engage­ment aus­ging und mith­il­fe von sym­bol­is­chen „Tol­er­anzfesten“ die eigene Weste rein gewaschen. Dazu sagt die Press­esprecherin des ak_antifa: „Nie­mand kommt auf die Idee mit Betrof­fe­nen von Neon­az­iüber­grif­f­en oder antifaschis­tis­chen Grup­pen in Kon­takt zu treten und über die tat­säch­lichen Prob­leme oder gar Lösun­gen zu disku­tieren. Die Haupt­sache ist immer, dass das Image der Stadt nicht beschmutzt wird.“

Im Jahr 2004 wurde der Neon­azi­auf­marsch durch die Polizei gewalt­tätig geschützt. Den darauf fol­gen­den Auss­chre­itun­gen, welche als Imageschaden wahrgenom­men wur­den, ist es allerd­ings zu ver­danken, dass die Nazis nicht durch die Innen­stadt zogen. Das bürg­er­liche „Tol­er­anzfest“ war so weit ab vom Schuss, dass die Nazis noch nicht ein­mal die Bratwürste riechen kon­nten. Bere­its ein Jahr später, 2005, änderte das Bünd­nis „Pots­dam beken­nt Farbe“ seine Strate­gie. Den Neon­azis wurde sich nun direkt in den Weg gestellt. Die Block­ade gelang zwar, allerd­ings zogen die Neon­azis mar­o­dierend durch Berlin.

In diesem Jahr soll den Nazis wed­er eine Auswe­ichroute, noch ein Auf­marsch in ein­er anderen Stadt gelin­gen! Deshalb rufen wir, als eine der Grup­pen des Bünd­niss­es „They Shall Not Pass“, dazu auf den Neon­azi­auf­marsch radikal und dezen­tral zu ver­hin­dern. Im Rah­men der Mobil­isierung wur­den tausende Plakate und Aufk­le­ber verklebt, Ver­anstal­tun­gen in mehreren deutschen Städten durchge­führt und Youtube-Videos erstellt. Außer­dem wird am 14.9. um 19 Uhr eine Vor­abend­demon­stra­tion vom Haupt­bahn­hof in die Innen­stadt führen. Mit dieser Demon­stra­tion sollen über die Ver­hin­derung des Neon­azi­auf­marsches hin­aus, die alltäglichen Unter­drück­un­gen und Aus­gren­zun­gen inner­halb der Gesellschaft the­ma­tisiert wer­den. Denn Neon­azis ste­hen nicht am Rand der Gesellschaft, son­dern kom­men aus deren Mitte.

Bünd­nis They Shall Not Pass

Aufruf ak_antifa_potsdam

Mobilisierungsvideos: 

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Schwieriges Pflaster

Seit Monat­en beherrschen Berichte über die euopäis­che Finanzkrise die Medi­en. Auch die NPD ver­sucht das The­ma für sich zu nutzen und marschierte in diesem Jahr bere­its vier Mal mit EU- und Euro-feindlichen Slo­gans in Bran­den­burg auf. Mit mäßigem Erfolg. Block­aden und Gegen­proteste machen der Partei schw­er zu schaffen.

Am Sam­stag wollen die Neon­azis um Lan­deschef Klaus Beier unter dem Mot­to “Wir arbeit­en — Brüs­sel kassiert” in Pots­dam demon­stri­eren. Der vom NPD-Kreisver­band Hav­el-Nuthe angemeldete Neon­azi-Auf­marsch ist Teil des Demon­stra­tions­marathons “Aktion Klee­blatt”, mit dem die Partei seit März durch Bran­den­burg zieht.

They shall not pass!

Gegen den Auf­marsch mobil­isiert neben dem antifaschis­tis­che Zusam­men­schluss “They shall not pass” das städtis­chen Bünd­nis “Pots­dam naz­ifrei” . Während das Bünd­nis der Stadt zum Tol­er­anzfest ein­lädt, ruft “They shall not pass” dazu auf, dem NPD-Aufzug, der um 11 Uhr am Haupt­bahn­hof begin­nen soll, “mit allen nöti­gen Mit­teln” Wider­stand zu leisten.

Pots­dam ist immer wieder Betä­ti­gungs­feld für Recht­sradikale. Im ver­gan­genen Novem­ber und im Feb­ru­ar dieses Jahres wurde die Wald­stadt zur Bühne von zwei nächtlichen Fack­elmärschen. Mit Crimark existiert in Pots­dam mit­tler­weile eine neon­azis­tis­che Hooli­gan­grup­pierung, die sich im Umfeld des Fußbal­lzweitligis­ten Union Berlin bewegt. Das Antifaschis­tis­che Pressearchiv Pots­dam doku­men­tiert für 2011 mehrere gewalt­tätige Über­griffe und Pro­pa­gan­dade­lik­te von Rechts.

Trotz­dem gilt die Lan­deshaupt­stadt als schwieriges Pflaster für rechte Demon­stra­tio­nen. Der let­zte große Auf­marsch endete für die Neon­azis im Okto­ber 2004 in einem Debakel. Im Sep­tem­ber 2008 musste eine DVU-Kundge­bung vorzeit­ig abge­brochen wer­den, nach­dem ein Gen­er­a­tor der Ver­anstal­ter zer­stört wurde. Zulet­zt wurde im August die NPD-Deutsch­land­tour mit Schuh- und Eier­wür­fen auf dem Luisen­platz empfangen.

They did not pass!

Auch am kom­menden Sam­stag ist mit mas­sivem Wider­stand gegen die recht­sradikale Partei zu rech­nen. Der in diesem Jahr block­ierte NPD-Auf­marsch in Frank­furt und die erfol­gre­ichen Gegen­proteste in Brandenburg/Havel und Cot­tbus zeigen, dass es der Neon­azi-Szene im Land immer schw­er­er fällt, ihren Anliegen außer­halb kon­spir­a­tiv organ­isiert­er Aufzüge auf die Straße zu tra­gen. Für den 10. Novem­ber hat die NPD eine weit­ere Demon­stra­tion in Frank­furt angekündigt.

Die Proteste gegen die NPD begin­nen bere­its am 14. Sep­tem­ber. “They shall not pass” ruft für Fre­itag zu ein­er Vor­abbend­demon­stra­tion auf. Start­punkt ist um 19 Uhr der Haupt­bahn­hof Pots­dam. Für Sam­stag, den 15. Sep­tem­ber, sind ab 10 Uhr Proteste am Haupt­bahn­hof angekündigt. Die Polizei teilte mit, mit einem Großaufge­bot von 1.500 Ein­satzkräften vor Ort zu sein.

 

Ter­mine

12. Sep­tem­ber, 19 Uhr (Spar­ta­cus, Pots­dam): Vor­trag und Demo 1x1
14. Sep­tem­ber, 19 Uhr (Haupt­bahn­hof Pots­dam): Vor­abbend­de­mo
15. Sep­tem­ber, 10 Uhr (Pots­dam): Nazi­auf­marsch ver­hin­dern
15. Sep­tem­ber, 19 Uhr (Spar­ta­cus, Pots­dam): After­de­mo-Par­ty

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They Shall Not Pass – Sie werden nicht durchkommen!

Pots­dam — Am 30.10.2004 knallte es an der Lan­gen Brücke in Pots­dam. An diesem Tag woll­ten Neon­azis durch die Innen­stadt marschieren. Die Polizei ver­suchte den Protest gegen den Auf­marsch mit Gewalt zu unterbinden woraufhin entschlossene Antifaschist_innen sich mit Steinen, Flaschen und Pyrotech­nik zur Wehr set­zten. Kleinere Bar­rikaden wur­den gebaut und Polizeifahrzeuge ent­glast. Wegen weiträu­miger Polizeiab­sper­run­gen marschierten die Neon­azis let­z­tendlich nach Pots­dam-Babels­berg. Das Konzept ist also nur zur Hälfte aufgegangen.

FINGERMALFARBEN

Die bürg­er­lichen Proteste waren im Jahr 2004 noch sym­bol­is­ch­er Art, wie beispiel­sweise ein „Tol­er­anzfest“, das Basteln von großen Pup­pen oder mit dem Besen hin­ter den Neon­azis hin­ter­herzufe­gen — logis­cher­weise ver­hin­derten sie damit rein gar nichts. Aus der Erfahrung, dass Protest fernab des Geschehens kein erfol­gver­sprechen­des Konzept ist und es allein der Pots­damer Linken zu ver­danken ist, dass der faschis­tis­che Auf­marsch nicht unge­hin­dert durch die Innen­stadt ziehen kon­nte, zog das „Pots­dam beken­nt Farbe“-Bündnis einen entschei­den­den Schluss. Aus den damals durch die Region­al­presse geis­tern­den Bildern eines „bren­nen­den“ Pots­dams schlossen sie, dass man den linken Chaoten nicht das Feld (des Ruhmes im antifaschis­tis­chen Kampf) über­lassen könne. Sie stell­ten sich einem weit­eren Neon­azi­auf­marsch im Jahr 2005 direkt ent­ge­gen und block­ierten schlussendlich die Route und Seit­en­straßen. Was die Pots­damer Poli­tik in ihrem „Sieges­taumel“ zu erwäh­nen ver­gaß: die angereis­ten Neon­azis führten, wiederum mas­siv geschützt durch die Polizei, in Berlin einen Auf­marsch durch.

FEHLFARBEN

Es lässt sich fest­stellen, dass Neon­azis, ihr Umfeld und die von ihnen began­genen Gewalt­tat­en und Pro­pa­gan­daak­tio­nen, oft erst spät zu einem „offiziellen“ Prob­lem in Pots­dam wer­den. Üblicher­weise sind es linke Grup­pierun­gen und Einzelper­so­n­en, die auf der­ar­tige Prob­leme aufmerk­sam machen, lange bevor sie das bürg­er­liche Pots­dam wahrn­immt. So wurde im Jahr 2005 der soge­nan­nten „sum­mer of hate“, welch­er aus fast täglichen mas­siv­en gewalt­täti­gen Naz­iüber­grif­f­en bestand, in der öffentlichen Wahrnehmung erst zu einem Prob­lem, als sich linke Jugendlichen dage­gen wehrten und ver­sucht­en den Neon­azis Paroli zu bieten. Doch nun ver­schob sich die Wahrnehmung von der „Auseinan­der­set­zung zwis­chen rival­isieren­den Jugend­grup­pen“ hin zu ein­er ange­blich von links aus­gelösten „Gewalt­spi­rale“. Dass die Stadt Pots­dam ein mas­siv­en Prob­lem mit Neon­azis hat, wurde erst auf­grund inten­siv­en linken Engage­ments öffentlich anerkannt.

Auch an einem jün­geren Beispiel wird die Strate­gie der Stadt Pots­dam deut­lich, Prob­leme mit Neon­azis totzuschweigen, bis diese zu offen­sichtlich wer­den und den Ruf als „weltof­fene Stadt“ gefährden, um sich dann an die Spitze des Protestes zu stellen. Schon zu Beginn des Jahres 2010 warn­ten antifaschis­tis­che Grup­pen vor einem Wieder­erstarken der Neon­azi-Szene in Pots­dam, das ein­her gehe mit gewalt­täti­gen Über­grif­f­en. Erst Ende 2011, nach ein­er Vielzahl von weit­eren Über­grif­f­en und einem Fack­elzug der Neon­azis durch Wald­stadt, nahm sich das Bünd­nis „Pots­dam beken­nt Farbe“ dieses Prob­lems, wiederum mit ein­er rein sym­bol­is­che Aktion, an. Ein „Wald­stadtspazier­gang“ mit den Spitzen der Stadt­poli­tik in der ersten Rei­he wurde organ­isiert, damit auch sie mal “Farbe beken­nen kön­nen” um sich damit den Vor­wurf der Untätigkeit vom Hals zu hal­ten. Dass Neon­azis während dieser Demon­stra­tion Fotos von antifaschis­tis­chen Jugendlichen gemacht haben und ins Inter­net stell­ten – kein­er weit­eren Erwäh­nung wert. Einzige Schlussfol­gerung der Poli­tik aus dieser Demon­stra­tion: Ein Tol­er­anzfest muss her und zwar in Waldstadt.

Auf­grund des geplanten Neon­azi­auf­marschs am 15.09. wird nun auch diese einzige Form des länger­fristiges Engage­ment der Stadt in Pots­dam-Wald­stadt aus­fall­en, da sie sich mit ihrem Tol­er­anzfest den Neon­azis am Haupt­bahn­hof in den Weg stellen will. Ob diese Strate­gie aufge­hen wird, liegt haupt­säch­lich an der Frage, welche Tak­tik die Polizei an diesem Tag fahren wird. Wird sie ihre Zusage ein­hal­ten, keine „Ham­burg­er Git­ter“ zu ver­wen­den um die Neon­azis und ihre Route von Protesten abzuschir­men? Wird sie gewalt­tätig Straßen­block­aden auflösen? Wird sie, um den Neon­azi­auf­marsch ungestört durch die Stadt marschieren zu lassen, die halbe Stadt absper­ren? Wird sie den Pots­damer Son­nenkönig und Ober­bürg­er­meis­ter Jakobs genau­so gewalt­tätig abräu­men wie sie es mit Protestieren­den in Neu­rup­pin tat? Wir wis­sen es nicht, aber diese strate­gis­chen Über­legun­gen zur Ver­hin­derung des NPD-Auf­marsches sind unser­er Ansicht nach auch nicht der sprin­gende Punkt. Für uns ist es viel entschei­den­der, warum der­ar­tige Bürg­er­bünd­nisse im Kampf gegen Neon­azis ver­sagen müssen.

BRAUN JA BRAUN SIND ALLE MEINE FARBEN

Um zu ver­ste­hen, warum der bürg­er­liche Staat im Kampf gegen rechte Gewalt und alltägliche Diskri­m­inierun­gen hoff­nungs­los scheit­ert und auch der Protest wohlwol­len­der Bürger_innen daran nichts ändern kann, wollen wir einen Blick auf den „Nation­al­sozial­is­tis­chen Unter­grund“ (NSU) werfen.

Die Tat­sache, dass diese Neon­azis über Jahre ihr mörderisches Unwe­sen treiben kon­nten, ist keinem Ver­sagen des staatlichen Sicher­heit­sap­pa­rats (Polizei, VS, LKA) zuzuschreiben. Die von Nazis nach dem zweit­en Weltkrieg aufge­baut­en Sicher­heits­be­hör­den sind schon von ihrer Struk­tur und ihrer Zielset­zung her nicht in der Lage Neon­azis Wider­stand ent­ge­gen zu set­zen. Sie scheit­ern mit diesem Anliegen nicht, weil sie groteske Fehler machen (beispiel­sweise einen Hellse­her befra­gen oder selb­st einen Dön­er-Imbiss eröff­nen) son­dern weil sie dieses Anliegen nicht haben, nicht haben kön­nen. In einem kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tem wie unserem schützen staatliche Sicher­heits­be­hör­den die wirtschaftlichen Inter­essen der besitzen­den Klasse. Dieser „Schutz“ wen­det sich gegen Men­schen, welche dieses Wirtschaftssys­tem angreifen wollen. Es sind eben nicht Neon­azis mit ihrem „roman­tis­chen Antikap­i­tal­is­mus“, der let­z­tendlich nur eine nation­al­isierte Vari­ante des Kap­i­tal­is­mus darstellt, die diese Inter­essen radikal in Frage stellen. Im Gegen­teil, sie nehmen die von dieser Gesellschaft pro­duzierte Aufteilung in Arm vs. Reich, Weiße Haut­farbe vs. Schwarze Haut­farbe, Deutsche Groß­mut­ter vs. pol­nis­che Groß­mut­ter, als naturgegeben hin, als seien diese Spal­tun­gen nicht von Men­schen gemacht, son­dern von Gott gegeben. Neon­azis wurzeln ide­ol­o­gisch also im kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tem und über­spitzen nur die in diesem Sys­tem pro­duzierte Welt­sicht. Sie berufen sich pos­i­tiv auf den deutschen Staat und fordern lediglich mehr völkisches Bewusst­sein. Somit gel­ten sie in der Öffentlichkeit als fehlgeleit­ete Jugendliche, die ab und an mal über die Strenge schla­gen, wohinge­gen auch die kle­in­ste linke Grup­pierung unter Ter­rorver­dacht ger­at­en kann. In diesem Zusam­men­hang ist es unmöglich die abge­drosch­ene Phrase von dem blind­en recht­en Auge nicht zu bemühen. Seit­dem die par­la­men­tarische Demokratie in Deutsch­land angekom­men ist bzw. zwang­seinge­führt wurde, sind es zumeist Linke, auf die sich staatliche Repres­sion auswirkt. Denn sie kämpfen für die völ­lige Abschaf­fung des Staates als kap­i­tal­is­tis­ches Herrschaftsin­stru­ment und fordern eine klassen­lose und herrschafts­freie Gesellschaft.

Aus diesen Grün­den bleibt bürg­er­lich-demokratis­ch­er Protest gegen Neon­azis hoff­nungs­los, solange nicht die tat­säch­liche kap­i­tal­is­tis­che Ide­olo­gie, son­dern nur ihre zuge­spitzte Form kri­tisiert wird. Antifaschis­tis­che Kri­tik bedeutet, dass der deutsche Staat als das erkan­nt wird was er ist: Gewaltherrschaft. Und die Faschist_innen sind seine Kinder.

FARBE BEKENNEN 

Eben diese Dimen­sion beziehen Bürger_innen in ihre Proteste nicht mit ein. Sie feiern ein­fach nur die Vielfalt, Cous­cous neben Bratwurst, Con­ga-Trom­mel neben Klar­inette, Regen­bo­gen­fahne neben Gar­nisonkirche. Aber selb­st dieser Wun­sch nach Vielfalt ist kap­i­tal­is­tisch struk­turi­ert. Es ist nicht die Vielfalt als solche die gewün­scht wird, son­dern es ist Vielfalt die etwas „nutzt“, die etwas her­ma­cht und die vorgezeigt wer­den kann – wie zum Beispiel ein mul­ti­kul­tureller Markt, oder ein viet­name­sis­ches Restau­rant, oder eine Män­ner-Fußball-Welt­meis­ter­schaft unter dem Mot­to „Die Welt zu Gast bei Freunden“.

Vielfalt entspricht in diesem Zusam­men­hang nicht einem Ver­ständ­nis der ver­schiede­nen Leben­szusam­men­hänge in welchen Men­schen sich befind­en, son­dern ein­er sta­tis­chen Rol­len­zuschrei­bung. Die von ihnen propagierte Vielfalt ist ein äußerst dehn­bar­er Begriff. So lässt sich ein Drecks­blatt wie die Bild, eine deut­lich nach rechts offene Partei wie die CDU, die unter­schiedlichen Leben­sre­al­itäten von Leiharbeiter_innen und der Unternehmensleitung, wun­der­bar in diese Ide­olo­gie ein­rei­hen. Nichts ist wirk­lich falsch, alles hat eine Berechtigung.

Tat­säch­liche Kämpfe um gesellschaftliche Anerken­nung wer­den bagatel­lisiert und zum Aus­druck kul­tureller Ver­schieden­heit verniedlicht. So sind offiziell „gut inte­gri­erte“ Men­schen dem ras­sis­tis­chen gesellschaftlichen Druck immer noch aus­ge­set­zt – genau­so wie es nach wir vor in einem Großteil von Deutsch­land schwierig ist als les­bi_schwul_­trans-Pärchen Händ­chen hal­tend zu flanieren, oder mit einem David­stern um den Hals tra­gend einkaufen zu gehen. Dies zu erken­nen würde als Kon­se­quenz erfordern, nicht nur alle paar Jahre gegen Neon­azis auf die Straße zu gehen, son­dern den Kampf gegen Aus­gren­zung und Unter­drück­ung auf allen Ebe­nen mit allen Mit­teln aufzunehmen.

FARBENLEHRE 

Verän­derung ist mit Kri­tik allein nicht zu schaf­fen. Sie kann nur durch prak­tis­ches Han­deln erre­icht wer­den. Dieses zu entwick­eln, erfordert immer wieder Organ­i­sa­tion­ser­fahrun­gen. Deshalb rufen wir dazu auf, sich an den Protesten am 15.09.2012 zu beteili­gen. Proteste gegen Nazis, in all ihrer poli­tis­chen Begren­ztheit, haben zumin­d­est das Poten­tial, Erfahrun­gen zu ver­mit­teln, die ein­er wirk­lich antifaschis­tis­che Prax­is den Weg bere­it­en, sei es die Ohn­macht­ser­fahrung vor staatlich­er Repres­sion, die das Ver­trauen in den bürg­er­lichen Rechtsstaat zu erschüt­tern ver­mag aber auch das Erfol­gser­leb­nis, sich durchzuset­zen, den Nazis den Weg abzuschnei­den und der Polizei die Kon­trolle der Sit­u­a­tion zu entwinden.

Antifaschis­tis­che Prax­is wollen auch wir am 15.09.2012, im Rah­men des linken Bünd­niss­es “They shall not pass”, wal­ten lassen und den Nazis kräftig in den Arsch treten.

Radikal, Dezen­tral, Phänomenal! 

Ab 11.00 Uhr in der Innenstadt 

Check: http://ak.antifa.cc & http://theyshallnotpass.blogsport.eu

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Ofen aus in Velten

Nach­dem der Jugen­dor­gan­i­sa­tion der NPD, den „Junge Nation­aldemokrat­en“ (JN), die Nutzung eines Sport­platzes für die Aus­tra­gung eines so genan­nten „Nationalen Fußball­turniers“ ver­wehrt wurde, melde­ten Neon­azis unter dem Mot­to „Straftat Fußball? STASI-Meth­o­d­en im alltäglichen Leben“ zum gestri­gen Abend eine Protestkundge­bung in der Ofen­stadt Vel­ten (Land­kreis Ober­hav­el) an.

Jam­mer über Ver­bote in Vel­ten und Dortmund

Gegen 18 Uhr sam­melten sich dann unge­fähr 70 Mit­glieder und Sympathisant_innen der neon­azis­tis­chen Partei und ihres Jugend­ablegers vor dem Vel­tener Rathaus und beheul­ten den ange­blichen „Gesin­nung­ster­ror“ der „herrschen­den Klasse“.
Der stel­lvertre­tende Vor­sitzende der Junge Nation­aldemokrat­en, Sebas­t­ian Richter, sprach in seinem Rede­beitrag sog­ar von „Staat­ster­ror­is­mus“, dem er und seine Kam­er­aden zum Opfer gefall­en seien. Das staatliche Behör­den den umtriebi­gen Neon­azi im Visi­er haben ist jedoch kein Geheim­nis und hat eigentlich auch nichts mit Ter­ror­is­mus zu tun. Er wird mit den ver­bote­nen Organ­i­sa­tio­nen „Heimat­treue Deutsche Jugend“ sowie den „Spreelichtern“ in Verbindung gebracht. Der (Sport)platzverweis am gestri­gen Tage war für Richter und andere anwe­sende Neon­azis auch ein willkommen­er Anlass sich mit weit­eren polizeilich aufgelösten Vere­ini­gun­gen zu sol­i­darisieren. „Sol­i­dar­ität mit dem NWDO“ („Nationaler Wider­stand Dort­mund“, Ver­bot am 23. August 2012) wurde während der Ver­anstal­tung mit Krei­de auf dem Kundge­bungsplatz vor dem Rathaus geschmiert. Zwei Neon­azis aus Rathenow hiel­ten zu dem ein Ban­ner mit der Auf­schrift „Schöne Grüße nach Dort­mund – Sol­i­dar­ität, nicht nur ein Wort!“ hoch.

“Nationales Fußball­turnier” im Kleinformat

Fußball wurde gestern dann übri­gens doch noch gespielt. Dazu war ein Teil der Neon­azis extra in Sportk­lei­dung erschienen, Sebas­t­ian Richter z.B. mit einem Trikot der Fußball­mannschaft „Ein­tra­cht Oranien­burg“. Auf dem Rathaus­rasen trat­en dann sym­bol­isch eine Auswahl der „BRD“ und der „volk­streuen Jugend“ an, den – wen wundert’s – let­zt genan­nte ange­blich mit einem Ergeb­nis von 14 zu 88 Toren gewann.

Vel­ten schon länger neon­azis­tis­che Hochburg

Das Neon­azis in Vel­ten aber nicht nur Fußball spie­len, legt eine Recherche der lokalen Antifa offen. Wie die Antifa­gruppe Oranien­burg in einem Aufruf zu ein­er Gegenkundge­bung schreibt, gilt die Ofen­stadt als neon­azis­tis­che Hochburg im Land­kreis Ober­hav­el, als „No Go Area“. Bere­its in den 1980er Jahren, als in der damals noch exis­ten­ten DDR Antifaschis­mus Staats­dok­trin war, gab es hier der­ar­tige Auf­fäl­ligkeit­en.  1987 kam es beispiel­sweise in ein­er Lokalität in der Stadt zu ein­er Schlägerei zwis­chen unge­fähr 100 Neon­azis und der Volk­spolizei. Bere­its damals gab es organ­isierte Struk­turen, die im Wesentlichen im „Gesamt­sturm Vel­ten-Oranien­burg“ aktiv waren.
Nach dem später, in den 1990er Jahren auch die „Nation­al­is­tis­che Front“ (NF) und das „Förder­w­erk Mit­teldeutsche Jugend“ (FMJ) für neon­azis­tis­che Kon­ti­nu­ität in Vel­ten sorgten, tritt dort heute vor allem die NPD in Erschei­n­ung. Sie soll hier über eine Stammwäh­ler­schaft zwis­chen 4–5 % verfügen.

Gegenkundge­bung: Protest mit Prominenz

An der Gegenkundge­bung von Antifaschist_innen und Zivilge­sellschaft nah­men jedoch erfreulich­er unge­fähr 100 Men­schen, darunter der stel­lvertre­tende Min­is­ter­präsi­dent Hel­mut Markov (Die.LINKE) und die Bun­destagsab­ge­ord­nete Ange­li­ka Krüger-Leißn­er (SPD), teil. Sie zeigten durch laut­starke Bekun­dun­gen deut­lich, dass die Neon­azis auch in Vel­ten, trotz ihres selb­st­be­wussten Auftretens und mit Ver­stärkung aus anderen Regio­nen Bran­den­burgs und Berlin, auch hier eine Min­der­heit sein kön­nen und der „Ofen aus“ ganz schnell aus ist, wenn sich antifaschis­tis­ch­er Protest regt.

Presse­fo­tos:

Nationales Fussballturnier und Gegenproteste Velten 01.09.2012-0063

2012.09.01 Velten NPD Kundgebung 0001

http://www.flickr.com/photos/soerenkohlhuber/sets/72157631358622710/

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